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Stark im Sport (95) Hannes Höft aus Ladenburg liebt bei Karate alles – Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination

Im Kampf gegen mehrere Gegner

Archivartikel

Ladenburg.Mitte Juli hat Hannes Höft sein Abitur bestanden. Während der Ladenburger somit am Carl-Benz-Gymnasium (CBG) die Oberstufe erfolgreich abschloss, steckt er in der Schule des Lebens und seines Lieblingssports noch mittendrin. Zwar trägt der erfolgreiche Karateka schon den zweiten braunen Gürtel. Doch ist das bei aller Perfektion erst der mittlere der letzten drei Schülergrade in der japanischen Kampfsportkunst. Die Farbe Braun soll den Schüler an das Erklimmen eines Baumstamms erinnern: hinauf zu den zehn Meistergraden des schwarzen Gürtels.

Dass Höft diesen Weg weiter beschreiten möchte, steht für ihn außer Frage. „Das Schöne am Karate ist, dass man alles braucht: Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination“, schildert das Mitglied des Landeskaders Baden-Württemberg die Faszination. Sein Heimatverein ist der Budo-Club (BC) Rhein-Neckar im Ladenburger Stadtteil West. „Ich bin das älteste noch aktive Mitglied“, erklärt Höft. Seit der Gründung des Vereins vor neun Jahren hat er sich vom weißen Gürtel der untersten Klasse über alle Mittelstufen stets fleißig in die Oberstufe weiterentwickelt. In seiner Spezialdisziplin, dem Kata, hat er es bis zum mehrfachen Vize-Landesmeister in den jeweiligen Altersklassen gebracht. Seit 2013 ist er darauf in dieser stilisierten Form des Kampfes gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner abonniert.

Dieses Jahr, als auch das Abitur bewältigt werden wollte, holte Höft Bronze. Doch auch das will etwas heißen: „Die Leistungsdichte ist in Baden-Württemberg als dem mitgliederstärksten Landesverband in Deutschland besonders hoch“, erklärt Richard Seipp. Der BC-Vorsitzende erinnert sich stolz daran, als es Höft vor zwei Jahren im Landesmeisterschaftsfinale gelang, den späteren deutschen Meister zu überflügeln. Es war Fabio Bühler aus Ilvesheim, der dieses Jahr zusammen mit Höft das Abitur am CBG bestand.

„Es kommt auf Dynamik, technische Ausführung, Höhe der Fußtritte und Sprünge an“, zählt Seipp die Kriterien auf, die die Kampfrichter neben der Komplexität der Übungen bewerten. In Tokio 2020 ist das Kata neben dem Zweikampf Kumite erstmals olympisch. Blitzschnelle Aktionen voller Kraft kennzeichnen Kata-Choreografien, auch bei Höft.

Das Training, das sehr viel Zeit und eine Menge Disziplin erfordert, hat ihn auch mental extrem weitergebracht. „Wer zu uns ins Dojo kommt, lässt alle Probleme draußen“, sagt Seipp. Höft findet: „Manchmal ist es aber von Vorteil, ein wenig Wut mit ’reinzubringen, weil dann der Schlag schneller und kräftiger kommt.“ pj

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