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Fußball Nach dem einkalkulierten Abstieg aus der Oberliga möchte sich die TSG Weinheim nun eine Klasse tiefer stabilisieren / Trainer Schmitt sieht VfR als Favorit

In gewohnter Umgebung neu orientieren

Archivartikel

Weinheim.Seit 20 Jahren gibt es die Fußballer der TSG 62/09 Weinheim. Nach dem Aus für den FV 09 Weinheim in der Saison 1997/98 und der damals folgenden, so genannten „Verschmelzung“ mit dem Mehrspartenverein TSG ging es ab der Runde 1998/99 als TSG 62/09 Weinheim auf Punktejagd. In den zurückliegenden zwei Jahrzehnten absolvierte die Mannschaft sechs Spielzeiten in der Oberliga und 14 in der Verbandsliga. Dort ist das Team nun wieder angekommen.

Nach dem Titelgewinn 2017 und dem kompletten Abgang der Meistermannschaft musste ein völlig neues Team inklusive neuem Trainer- und Betreuerstab aufgebaut werden. Unter diesen schwierigen Voraussetzungen war der Abstieg aus der Oberliga nicht zu vermeiden. Jetzt gilt es also, sich wieder in der „angestammten“ Verbandsliga zu etablieren. Der vor einem Jahr unter Trainer Christian Schmitt begonnene Umbau setzt sich fort, auch wenn die erneut recht hohe Fluktuation nicht mit der Situation im Sommer 2017 gleichzusetzen ist.

„Ein Aderlass ist wieder da“, räumt Schmitt angesichts von 14 Abgängen ein. „Aber immerhin sind auch elf Spieler aus dem letztjährigen Kader verblieben, so dass wir nicht gleich wieder über 20 neue Spieler holen müssen. Daher konnten wir uns diesmal gezielter umschauen.“ Nach aktuellem Stand verstärken zwölf Zugänge den Verbandsliga-Kader, der 19 Feldspieler und vier Torhüter umfasst. Da Muhammed Çalhanoglu aufgrund seines Kreuzbandrisses aber frühestens 2019 zur Verfügung steht, reduziert sich das Aufgebot auf derzeit 18 Feldspieler. Eventuell soll es deshalb in den kommenden Tagen noch ein, zwei Verpflichtungen von erfahreneren Spielern geben. Zumal mit den ebenfalls verletzten Marvin Kaul (Außenbandriss) und Nico Königsmann (Bänderriss) zwei weitere Spieler auf jeden Fall zum Saisonstart fehlen werden.

Bis zu fünf Absteiger drohen

Durch den Abstieg von gleich drei badischen Vereinen aus der Oberliga – neben der TSG 62/09 traf es noch den FC Astoria Walldorf II und die U 23 des SV Sandhausen – ist die Verbandsliga in der Runde 2018/19 auf 18 Mannschaften aufgestockt werden. Der Saisonstart erfolgt daher bereits in einer Woche. Die Mammutsaison mit 34 Spieltagen bedeutet auch, dass die letzten vier Mannschaften direkt absteigen müssen und der Fünftletzte noch in die Relegation um den Klassenerhalt geht.

Von der gefährdeten Zone wollen sich die Weinheimer auf jeden Fall fernhalten. „Wenn wir es frühzeitig schaffen, in sichere Regionen zu kommen und mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben, dann ist es für uns bereits eine erfolgreiche Saison“, sagt Schmitt, der dennoch ein höheres Saisonziel mit „Platz sechs bis neun“ ausgibt. „Erreichen wir das, wäre es eine sehr gute Runde. Qualität und Breite unseres Kaders sollten das möglich machen. Und wenn wir als Sechster ein Top-Team hinter uns lassen könnten, würden wir sogar von einer überragenden Saison sprechen.“

Schmitt sieht sechs, sieben „herausragende“ Mannschaften in der Liga, denen alle das Ziel Aufstieg zugetraut werden müsse. Topfavorit ist für den TSG-Trainer der VfR Mannheim. Auf den vorderen Plätzen erwartet Schmitt ferner den zweimaligen Vizemeister Fortuna Heddesheim, den enorm verstärkten Aufsteiger ATSV Mutschelbach, die beiden Oberliga-Mitabsteiger FC Astoria Walldorf II und SV Sandhausen U 23, den VfB Gartenstadt mit einem großen Teil der Weinheimer Meistermannschaft von 2017 sowie den 1. FC Bruchsal.

Verärgert über viele Urlauber

„Nur wenn es für uns optimal läuft, könnte Platz sechs oder sieben drin sein“, sagt Schmitt, der indes mit großen Sorgen auf den Saisonstart schaut. „Die zweite Hälfte unserer Vorbereitung war katastrophal. So etwas habe ich in 20 Jahren Jugend- oder Aktivenbereich noch nie erlebt.“ Was dem Trainer sauer aufstößt, ist die große Zahl an Urlaubern. „Vor einer Woche hatten wir neun Urlauber und drei Verletzte. Nur noch acht Feldspieler waren da und wir mussten das Testspiel in Alsbach absagen. Das ist mir noch nie passiert“, ärgert sich Schmitt. „Stand jetzt werden zum Saisonstart noch vier Spieler in Urlaub sein und wir müssen improvisieren.“ bk/ü