Lokalsport Mannheim

Judo Mit dem 8:6 beim VfL Sindelfingen macht die Kampfgemeinschaft Heidelberg/Mannheim den Durchmarsch in die Bundesliga perfekt und freut sich auf das Abenteuer

In kürzester Zeit am Ziel aller Träume

Mannheim.Im Jahr 2102 machte der 1. Mannheimer Judoclub Nägel mit Köpfen. Als Kampfgemeinschaft mit dem eng befreundeten Jukadio Heidelberg strebte der Verein unter dem Namen Judoteam Heidelberg/Mannheim langfristig den Aufstieg in die 1. Bundesliga an. Dass das Unterfangen schon nach fünf Jahren zum Ziel führen würde, dass das Abenteuer 2. Liga auf Anhieb mit dem Aufstieg enden würde - damit hätten weder Trainerin Carmen Bruckmann (1. MJC) noch Coach Stefan Saueressig (Jukadio) gerechnet. Die Mischung aus erfahrenen Kämpfern und hochtalentiertem Nachwuchs machte all die Jahre den Erfolg aus, die permanente Einbeziehung auch international anerkannter sehbehinderter Judoka dürfte zudem einmalig sein.

Zwar lautet nun das Ziel zum Rundenstart 2018 einfach nur Klassenerhalt und das Oberhaus kommt aus finanziellen Gründen eigentlich zu früh. Doch vor dem letzten Wettkampftag wollten sich die Judofighters Rhein-Neckar die Chance keinesfalls entgehen lassen - obwohl Bruckmann und Saueressig ihre Aufgaben als Bundestrainer der Sehbehinderten bei einem World-Cup in Taschkent wahrnehmen mussten und aus Usbekistan per Live-Stream mitfieberten. Doch unterstützt von Pierre Bruckmann übernahm Matthias Krieger die Aufstellung und das Coaching beim VfL Sindelfingen. Auch ohne die beim World-Cup eingesetzten Nicolai Kornhaß, Sebastian Jungk, Oliver Upmann und Marc Milano legten sich Kurpfälzer voll ins Zeug und besiegten die Schwaben nach einem spannenden Kampf letztlich mit 8:6.

Zwar wussten alle vom Tabellenvierten JT HD/MA, dass im Fernduell mit dem Tabellenfünften TV Backnang ein Unentschieden reichen würde, doch darauf wollten sie es nicht ankommen lassen. Die insgesamt 14 Kämpfe waren auch keine Selbstläufer, den vier Siegen von Louis Mai (-90 kg), Markus Eisenmann (+100 kg), Jannis Hill (-81 kg) und Pascal Bruckmann (-73 kg) in der Hinrunde standen drei Niederlagen von Dennis Mai (-100 kg), Jonas Mollet (-66 kg) und Jan Mollet) gegenüber.

Auch in der Rückrunde war nach den Erfolgen von Tobias Diehl (-100 kg) und erneut Eisenmann alles offen, weil Louis Mai seine Zähler abgab (6:4). Als dann aber Jonas Mollet zum 7:4 punktete, kannte der Jubel keine Grenzen mehr, denn das Remis stand fest. Aber die Judofighters Rhein-Neckar wollten unbedingt den Sieg. Zwar verlor Matteo Hill (-81 kg), doch Jan Mollet (-60 kg) und Klein machten im Anschluss den 8:6-Endstand perfekt.

"Dieser Sieg war überragend und ist für uns extrem gut gelaufen. Aufstieg mit den eigenen Leuten aus der Region - das ist emotional nicht zu toppen. Ein besonderer Dank geht an Matthias Krieger", meldete sich Carmen Bruckmann aus der Ferne. Genauso stolz war Stefan Saueressig: "Die Saison ist überragend gelaufen und wir stellen uns jetzt der Herausforderung 1. Liga. Ziel ist der Klassenerhalt." Doch das Credo "aus eigener Kraft" der Kampfgemeinschaft gilt weiterhin: Es werden weder Ausländer noch Hochkaräter aus Deutschland eingekauft. Auch deshalb hofft das Judoteam, dass sich noch einige Sponsoren finden, die dann auch das Abenteuer 1. Liga unterstützen.