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Radsport Tour-Etappensieger begeistert die Fans auch bei seinem Sieg in Bürstadt / Deutlich mehr Zuschauerzuspruch

John Degenkolb rollt weiter in der Erfolgsspur

Archivartikel

Bürstadt.Am Nachmittag musste John Degenkolb noch einen Sponsorentermin in Ulm wahrnehmen. Doch nachdem ihn die Bahn pünktlich 45 Minuten vor dem Start nach Bürstadt gebracht hatte, lieferte der der 29-Jährige nach 111 Runden auf dem schnellen Innenstadtkurs am späten Dienstagabend ebenso zuverlässig die von den fast 5000 Fans erhoffte Leistung ab. Der deutsche Meister Pascal Ackermann und André Greipel hatten in einem packenden Sprintfinale das Nachsehen.

„Es ist schön, wieder hier oben zu stehen“, freute sich der 29-jährige Tour-de-France-Etappensieger auf dem Podium des 2. Entega Grand Prix – eine Perspektive, die er schon aus dem Vorjahr kannte. Damit bewies der Sympathieträger aus Oberursel bei seinem Beinahe-Heimspiel, dass ihn die blendende Form aus der Tour noch immer trägt. Am vergangenen Sonntag hätte er schließlich um Haaresbreite auch noch den prestigeträchtigen Sprint der Abschlussetappe auf den Champs-Élysées gewonnen. Doch mit diesem zweiten Platz konnte Degenkolb prächtig leben. „Natürlich hätte ich wahnsinnig gerne den Sieg in Paris geholt, aber der Erfolg in Roubaix hat alles überstrahlt“, verwies der Klassiker-Jäger auf den so lange ersehnten Etappensieg in Frankreich vom 15. Juli.

Und während Degenkolb weiter in der Erfolgsspur rollt, kam auch Pascal Ackermann nach seinem Coup bei den Deutschen Meisterschaften in Einhausen am 1. Juli gerne nach Südhessen zurück. Zwar musste er anders als noch vor rund vier Wochen nun Degenkolb den Vortritt lassen, doch der erst 19-jährige Pfälzer wird das verschmerzen können.

Erst am vergangenen Wochenende gewann er trotz Sturz 80 Kilometer vor dem Ziel den Prudential Ride London-Surrey Classic in der englischen Metropole und bewies damit einmal mehr, dass sein DM-Sieg keine Eintagsfliege war. „Das war ein Riesenerfolg für mich, der mir gezeigt hat, dass ich auch in einem richtigen Massensprint mithalten kann“, freute sich der schnelle Mann vom RV Edelweiß Kandel über eine bislang gelungene Saison mit drei World-Tour-Siegen, die er aber nun nicht bei der Spanien-Rundfahrt beenden wird. „Mit einer Grand Tour warten wir noch ein Jahr“, teilte der Team-Kollege von Bora-Hansgrohe-Star Peter Sagan mit.

Nach seinem Ausstieg aus der Tour wegen des verpassten Zeitlimits hat inzwischen auch André Greipel wieder zurück in die Spur gefunden. Dem Sieg bei der „Nacht von Hannover“ am Montag folgte nun Platz zwei in Bürstadt. Der 38-Jährige trotzte bei der Rundenjagd sogar einem nach unten rutschenden Sattel, fuhr einen Rundengewinn heraus und ließ sich dann von Renn-Organisator Algis Oleknavicius höchstpersönlich wieder ins Rennen schieben, nachdem das Malheur behoben war. Dem Routinier, der vor einem Wechsel zum französischen Zweit-Divisionär Fortuneo-Samsic steht, war zudem das deutliche Zuschauerplus an der Strecke aufgefallen. „Hoffentlich macht diese Steigerung eine dritte Auflage 2019 möglich“, sagte Greipel.

Jan Dieteren behauptet sich

Darüber würde sich bestimmt auch Lokalmatador Jan Dieteren freuen, der 64 Runden vor Rennende gemeinsam mit Nils Politt und Achim Burkart gleich beim ersten Rundengewinn beteiligt war und Dreizehnter wurde. „Mir liegt die Strecke hier. Was mir da zu den Profis vielleicht etwas an Druck fehlt, kann ich mit meiner Technik ausgleichen“, sagte der 25-jährige Bensheimer nach seinem beherzten Auftritt in der südhessischen Nachbarschaft.

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