Lokalsport Mannheim

Leichtathletik 400 Top-Talente aus 19 Nationen im Michael-Hoffmann Stadion / Deutsche kämpfen um Startplätze in Schweden

Juniorengala als Stresstest für U-20-EM

Archivartikel

Mannheim.Elf deutsche Sprinter kämpfen bei der Bauhaus-Juniorengala um drei Tickets für die U-20-Europameisterschaften: Diese Masse an Norm-Erfüllern ist ein Novum in der 26-jährigen Geschichte des weltweit größten Meetings für junge Leichtathleten auf dem Weg nach oben. „Aus elf mach drei ist einerseits eine sehr erfreuliche Sache, aber auch eine sehr schwierige Aufgabe für die jungen Leute. Doch genau solche Stresssituationen sind der Anspruch der Gala“, freut sich U-20-Bundestrainer Dietmar Chounard auf spannende Wettkämpfe am kommenden Wochenende im Mannheimer Michael-Hoffmann-Stadion. „Wir sind Mannheim sehr dankbar, dass wir hier üben können, mit internationalem, Druck umzugehen“, begrüßt er, dass wieder rund 400 Leichtathleten aus 19 Nationen die Chance haben, auf sich aufmerksam zu machen.

In einigen Disziplinen gehören die insgesamt 297 Deutschen zu den Favoriten, müssen sich aber zunächst gegen die nationale Konkurrenz durchsetzen. „Nur die drei Besten von Mannheim fahren zur JEM nach Schweden“, erklärt Chounard die Auswahl im Trial-Format. So haben bei den Sprintern bereits elf die Norm von 10,60 sec in der Tasche, alles Weitere ist ein Nervenspiel. Bei den Mädels blieben immerhin sechs unter den geforderten 11,80 sec. Klare Favoriten wagt er nicht zu nennen. „Es wird sehr spannend, wer sich von 17- und 18-Jährigen im Stress bewährt.“

Hitze könnte Sprinter beflügeln

Angesichts des Wetters mit Temperaturen um 35 Grad erwartet Chounard im Sprint sogar noch bessere Zeiten. „Sofern es nicht regnet.“ Dass der DLV-Nachwuchs auf den 100 und 200 Metern international mehr und mehr eine Rolle spielt, führt der Bundestrainer nicht nur auf hochtalentierte Jahrgänge zurück („das gibt es immer wieder“), sondern auch auf eine vor einigen Jahre begonnene Veränderung der Trainingsmethodik.

Als einen weiteren Höhepunkt nennt er bei den Jungs zudem die 110 m Hürden. „Stefan Volzer aus Sindelfingen hat mit 13,54 sec bei der EM eine Finalchance.“ Ein anderer ist der Stabhochsprung mit dem Norweger Pal Lillefosse (5,57 m) und zwei DLV-Springern über 5,10 m. „Mit einer Steigerung ist zu rechnen.“ Im Kugelstoßen startet der U-18-Weltmeister von 2017 Timo Northoff (Wattenscheid), der eine Bestleistung von 19,56 m aufweist. Seine jüngere Schwester Pia ist mit dem Diskus derzeit die Nummer eins im DLV (57,63 m), aber sie gehört noch zur U 18 und ist für die Europäischen Olympischen Jugendspiele in Baku vorgesehen. In dieser Altersklasse können im Rahmen der Juniorengala ausgewählte Athleten jeweils ein Ticket gewinnen.

Im Hammerwurf der U 20 ist Samantha Borutta (TSG Mutterstadt/63,78 m) auch international konkurrenzfähig, im Weitsprung könnte, so Chounard, mit Weltmeisterin Lea-Jasmin Riecke (Mitteldeutscher SC) am Start „das Feld explodieren“. Im Speerwurf starten fünf Athletinnen mit Norm, auch der Stabhochsprung wird ein Zuschauermagnet. Denn da misst sich nicht nur ein U-20-Quartett (Norm 4,05 m) mit einem Duo aus der U 18, sondern will Leni Freyja Wildgrube (Potsdam) nach langer Verletzung beweisen, dass sie wieder fit ist. 2018 war sie mit 4,26 m die Beste im DLV und gewann Gold bei den Olympischen Jugendspielen.

Erneut ist die Inklusion ein Thema bei der Juniorengala. Im Kugelstoßen der U 20 werden Weltklasse-Para-Athleten wie Nico Kappel (Sindelfingen) und Friederike Koleiski (Leverkusen) integriert, am Sonntag findet eine Staffel mit Behinderten und Nichtbehinderten statt.