Lokalsport Mannheim

Fußball Amateure in Baden-Württemberg stehen vor langer Sommerpause

Klare Empfehlung für Saisonabbruch

Archivartikel

Karlsruhe/Mannheim.Am Wochenende nehmen die Bundesligen hinter verschlossenen Türen den Spielbetrieb auf, und auch die Fußball-Amateure dürfen in Baden-Württemberg seit Montag zumindest in Kleingruppen wieder auf den Platz, um zu trainieren. Doch dass die seit Mitte März ausgesetzte Saison noch einmal angepfiffen wird, ist aufgrund der andauernden Corona-Pandemie und des deshalb weiter bestehenden landesweiten Verbots von Mannschaftssport mit Körperkontakt für Amateursportler nicht zu erwarten.

Am Dienstag stellten nun auch die drei baden-württembergischen Landesverbände bfv (Baden), wfv (Württemberg) und SBFV (Südbaden) ihre gemeinsamen Überlegungen vor – und die gehen ebenfalls in eine klare Richtung: Die Saison soll ab der Oberliga abwärts ohne weitere Spiele zum 30. Juni beendet werden. Aufsteiger werden über die Quotientenregel bestimmt, Absteiger gibt es keine.

„Es gibt keine Lösung, die alle glücklich macht“, räumte bfv-Präsident Ronny Zimmermann ein. Er betrachtet diese Lösung wie seine Kollegen aus Württemberg und Südbaden aber als die sportlich fairste und rechtlich sicherste Variante. „Klar, gibt es auch Gegenwind“, berichtete Zimmermann aus zahlreichen Video-Konferenzen, er schätzt die Zustimmung für einen Saisonabbruch aber bei rund 60 Prozent ein.

Endgültig entschieden werden muss in den drei Landesverbänden auf den außerordentlichen Verbandstagen, die im Juni stattfinden sollen, alternativ bestünde die Möglichkeit, die Saison im Herbst fortzusetzen, was laut den Verbandsspitzen im Südwesten jedoch neue Probleme mit sich bringen würde. So dürften zu diesem Zeitpunkt überregionale Wettbewerbe schon wieder im Gang sein, viele Mannschaften könnten aufgrund der Wechselperiode im Sommer plötzlich ein völlig anderes Gesicht haben. Weitere Alternativen wie die Annullierung der Saison werden bei den Verbandstagen nicht zur Abstimmung gestellt. Letztlich genügt auf dem Versammlung die einfache Mehrheit für eine der beiden Vorlagen. Um den Delegierten ein umfassendes Meinungsbild aller Mitgliedervereine mitzugeben, wird der bfv in den nächsten Tagen eine Umfrage starten.

Im Fußballkreis Mannheim ist die Stimmungslage laut dem Kreisvorsitzenden Harald Schäfer relativ eindeutig. „Ich wüsste niemanden, der weiterspielen will. Bei einer Video-Konferenz, bei der rund die Hälfte der Clubs teilgenommen hat, waren fast 80 Prozent für einen Abbruch“, sagt Schäfer auf Anfrage.

Pokal einzige Ausnahme

Ausgenommen vom Saisonabbruch sind vorerst die Pokalwettbewerbe, die sowohl auf Kreis- wie auch auf Verbandsebene eventuell auch nach dem 30. Juni zu Ende gespielt werden sollen. Betroffen ist davon auch Drittligist SV Waldhof, der sich über den Verbandspokal für die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals qualifizieren kann. Auf Verbandsebene hat es bereits der FC Nöttingen ins Finale geschafft, der SVW hätte am 8. April sein Halbfinale beim ASC Neuenheim absolviert. Als Finaltag war der 23. Mai vorgesehen mit Live-Schaltungen in der ARD-Konferenz.

Fernsehverträge wie dieser sowie die Notwendigkeit, einen Starter für den DFB-Pokal zu benennen, sind die Gründe, warum es hier weitergehen soll. „Ob das gelingt, steht allerdings in den Sternen“, konnte bfv-Chef Zimmermann hier ebenso wenig eine Zusage geben, wie bei der Frage, ob die neue Saison überhaupt ab dem ersten September-Wochenende starten kann.

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