Lokalsport Mannheim

Tennis 16-jährige Talente scheiden mit Deutschland im Halbfinale des Junior Davis Cups in Mannheim aus / Frankreich trifft im Endspiel auf Dänemark

Kleiner Rückschlag auf dem Weg nach oben

Archivartikel

Mannheim.Roger Federer, Rafael Nadal, Lleyton Hewitt und Mischa Zverev – der Weg dieser Tennis-Asse führte sie einst über den Junior Davis Cup in die Spitze. Die U-16-Tennis-WM ist eine Talentschau – drei der besten Spieler jeder Nation treten derzeit auf der Anlage des TK Grün-Weiss Mannheim gegeneinander an. Mit dabei sind dieses Jahr für Deutschland Max Wiskandt (Badwerk Gladbacher HTC), Moritz Stöger (TC Wolfratshausen) und Jakob Cadonau (TC Schönbusch Aschaffenburg). „Die drei Spieler zählen zu den besten des Landes“, sagt ihr Trainer Peter Pfannkoch stolz.

„Es ist für mich eine große Ehre, für mein Land spielen zu können“, sagt Jakob Cadonau (großes Bild). Der 16-Jährige aus Aschaffenburg besucht mit seinen beiden Teamkollegen das Mannheimer Kurpfalz-Gymnasium. Nicht jeden Tag – das würde das Training und die vielen Reisen zu Turnieren nicht zulassen, – aber dennoch regelmäßig. „In der zehnten Klasse haben die Lehrer mehr durchgehen lassen“, sagt Cadonau. Sein Ziel sei das Abitur. „Jetzt, in der Oberstufe, werde ich mich noch mehr reinhängen müssen.“

Cadonau spielte bereits in seiner Kindheit stundenlang Tennis – damals mit seinem Großvater. „Wichtig ist harte Arbeit. Man muss sich quälen, auch wenn man mal keine Lust hat, trotzdem weiterzumachen. Sonst wird man nicht besser“, erklärt Cadonau.

Sein Kollege Moritz Stöger (kleines Bild oben) aus Passau steht daher, so oft er kann, auf dem Platz. „Ich finde es gut, schon am Morgen Tennis spielen zu können – während meine Freunde noch in der Schule sind“, grinst er. Sein Vorbild sei der Tennisprofi Rafael Nadal. „Er ist ein harter Arbeiter, dem nicht alles in die Wiege gelegt worden ist. Manchmal fehlt es den Leuten an der richtigen Einstellung, um wirklich weit zu kommen.“

Hartes Training

Vater Jürgen Stöger weiß um den Druck, der auf seinem Sohn lastet. „Sein Weg erfordert viel Disziplin“, sagt er. „Wir spüren jede seiner Belastungen und auch seiner Freuden.“

Der dritte Senkrechtstarter heißt Max Wiskandt (kleines Bild unten) und kommt aus Bad Wildungen bei Kassel. Der 16-Jährige, dessen Familie aus England stammt, träumt davon, eines Tages in Wimbledon zu triumphieren. Sein großes Vorbild sei ebenfalls Nadal, „wegen seines Kampfgeistes. Alle hier können gut Tennis spielen, aber die mentale Stärke hilft einem, die ein oder zwei Prozent mehr rauszuholen, die einem den Sieg bringen.“

Vom Platz in den Pool

Dieses Mal hat es für das Trio im Halbfinale des Junior Davis Cups gegen den Favoriten Frankreich nicht gereicht. Für die Jungs ist das 0:3 bitter, weil sie mit den Franzosen nach dem Halbfinal-Aus im europäischen Winter Cup im Februar noch eine Rechnung offen hatten. Damit ist die Revanche aber nur aufgeschoben.

Die Jungs gönnen sich nach den Spielen eine Abkühlung und springen in den Pool des TK Grün-Weiss Mannheim. Ob sie ihre Rivalen, die Franzosen, auch zum Planschen einladen? Die Jungs schütteln den Kopf und antworten: „Aber die Esten können gerne mit uns entspannen. Das sind unsere Kumpel.“