Lokalsport Mannheim

Tennis Ganna Poznikhirenko gewinnt das Troncone-Turnier, muss sich im Finale aber durchbeißen

Kraftakt zahlt sich aus

Mannheim.Ohne größere Regung oder etwa Jubelposen nahm Ganna Poznikhirenko ihren gerade errungenen 1:6, 6:2, 6:4-Sieg im Finale bei der 29. Auflage des Franco Troncone Damen-Tennis-Turniers zur Kenntnis. Die 24-jährige Ukrainerin, die für die Post Südstadt Karlsruhe spielt, war schlicht zu erschöpft für ausgiebige Gefühlsausbrüche. Der Turniersonntag hatte ihr und ihrer Gegnerin Franziska König bei strahlendem Sonnenschein physisch alles abverlangt.

Ihrer Favoritenrolle im Finale vor rund 400 Zuschauern auf der Anlage am Rheindamm wurde die Weltranglisten 364. im ersten Satz nicht ansatzweise gerecht. Die vier Jahre ältere König, Siegerin in Neckarau 2011, spielte einfach zu dominant und variabel und gewann Satz eins eindrucksvoll mit 6:1. Doch mit Beginn des zweiten Satzes legte Poznikhirenko ihre Passivität ab und nutzte den konditionellen Durchhänger von König direkt. Sie nahm ihr alle vier Aufschlagspiele ab und schaffte den verdienten Satzausgleich (6:2). Im dritten Satz mobilisierten beide Spielerinnen in ihrem zweiten Match des Tages ihre letzten Kraftreserven, lieferten sich weiterhin lange, teils spektakuläre Ballwechsel und schenkten sich keinen Punkt. Am Ende hatte Poznikhirenko den längeren Atem und holte sich nach über zwei Stunden Spielzeit mit 6:4 im entscheidenden Satz den Troncone-Cup verbunden mit einem Preisgeld von 1400 Euro.

Viele spannende Partien

„Am Finaltag waren alle Spiele bis zum Ende spannend. Mit zwölf Top-100 Spielerinnen war das Turnier so hochklassig besetzt wie noch nie. Es war beste Werbung für den Tennissport in der Region“, zeigte sich die Organisatorin Gabriele Brunst begeistert.

Am Finaltag boten die vier Halbfinalistinnen den Zuschauern Tennis auf höchstem Niveau. Zunächst hatte sich König gegen die topgesetzte Diana Marcinkevica aus Lettland in drei Sätzen durchgesetzt. Siegerin Poznikhirenko schaltete auf dem Weg ins Finale die zweimalige Troncone-Gewinnerin Steffi Bachofer aus.

Bereits am Samstag war für Natalia Siedliska von der BASF Ludwigshafen Endstation im Viertelfinale. Bedauerlicherweise konnte Siedliska nach anhaltenden Schmerzen in der Schlaghand zu ihrem Match gegen Steffi Bachofer nicht mehr antreten.

Für das längste Match des Turniers waren Dominice Ripoll und Julia Victoria Rennert verantwortlich. Die Gewinnerin von 2012 aus Mannheim benötigte für ihren Sieg gegen Rennert über vier Stunden. Entsprechend erschöpft und gesundheitlich angeschlagen war es Ripoll dann im folgenden Viertelfinale nicht mehr möglich, der späteren Gewinnerin Poznikhireno Paroli zu bieten und verlor deutlich.

Mehr Zuschauer als sonst

„Wir sind rundum zufrieden. Das neue Organisationsteam mit Eva-Marie Temming, Sabrina Bühler und Monika Schoch hat tolle neue Ideen mit eingebracht und umgesetzt. Die Spielerinnen haben sich wohl gefühlt und kommen immer wieder gerne zu uns“, zog Brunst ein positives Fazit nach insgesamt vier Turniertagen, an denen sowohl die Spielerinnen als auch die vielen ehrenamtlichen Helfer des VfL Kurpfalz Mannheim-Neckarau ins Schwitzen kamen.

„Der Zuschauerandrang war deutlich größer als im Vorjahr. Wir hoffen, im nächsten Jahr bei der 30. Auflage noch einen draufsetzten zu können“, freut sich das ganze Organisationsteam bereits auf 2019, wenn die Tennisabteilung wieder das letzte Turnier der German Masters Series des DTB ausrichten darf.