Lokalsport Mannheim

Handball, Dritte Liga SGL erkämpft sich ein 30:30

Kuriose Aufholjagd

Leipzig.Mit Abpfiff brachen alle Dämme. Gianluca Pauli wusste nicht, wohin er zuerst gehen sollte. Die Leutershausener Fans lagen sich jubelnd in den Armen, geschlossen kamen Mannschaft und Trainerteam spontan dazu und begannen mit dem Freudentanz. Der Grund: Die Handballer der SG Leutershausen hatten bei der SG Leipzig II eine unfassbare Moral gezeigt und nach zwischenzeitlichem Sieben-Tore-Rückstand noch ein 30:30 (12:15)-Unentschieden erkämpft. Kurios dabei war, dass Linksaußen Pauli 14 Siebenmeter werfen durfte und aus jedem einzelnen ein Torerfolg resultierte – wenn auch zweimal im Nachwurf. Insgesamt war er mit 16 Toren der unbestrittene Mann des Abends.

„Es klingt vielleicht blöd, aber ich habe immer daran geglaubt, dass wir noch mal zurückkommen können“, strahlte Pauli. Ob er schon einmal 16 Tore in einem Spiel gemacht habe, daran konnte er sich nicht genau erinnern: „In der C-Jugend vielleicht, aber so oft kommt das nicht vor. Wir haben eine unglaubliche Moral gezeigt und bewiesen, was wir für eine geile Mannschaft sind.“

Umstellung zahlt sich aus

Mitentscheidend für die Wende war die taktische Umstellung in der Abwehr. Noch 20 Minuten vor Spielende hieß es 23:16 für Leipzig, für die Bergsträßer sprach eigentlich nichts mehr. Knapp 17 Minuten vor Ende wechselte SGL-Coach Frank Schmitt dann aber die Abwehr-Formation, ließ Mittelmann Philipp Jaeger und Kapitän Niklas Ruß offensiv decken und brachte damit das Leipziger Angriffsspiel massiv ins Schwimmen und holte doch noch den Punkt.

„Schon gegen Schwetzingen haben wir einen Zehn-Tore-Rückstand aufgeholt. Dieses Team hat Charakter und Moral“, lobte der Coach seine Truppe.

SGL: Hübe – Bernhardt (1), Schwarz, Stippel (1), Jaeger (4), Ruß, Gasser, Streitberger, Wagner (3), Seganfreddo (2), Mantek (3), Pauli (16/12). tm/red