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Hockey Mit einem Stipendium ausgestattet baut Claire Jandewerth in Connecticut ihre Karriere auf

Lernen und spielen an der Top-Uni

Archivartikel

Mannheim.„Ich hoffe, dass ich im August wieder in die USA kann.“ Claire Jandewerth blickt von ihrem Zuhause in Feudenheim besorgt über den großen Teich, die 19-jährige Hockeyspielerin aus Mannheim ist direkt von den Folgen der Corona-Pandemie in den USA betroffen. „Das Infektionsgeschehen verläuft dort in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich, aber in Connecticut sind die Infektionszahlen zuletzt zurückgegangen, wie ich gehört habe“, sagt die 19-Jährige, die die Entwicklung stetig verfolgt.

Im Juli 2019 ging es für Jandewerth an die University of Connecticut (UConn), wo sie einen dreijährigen Bachelor-Studiengang in Healthcare Management (Management im Gesundheitswesen) absolviert. In diesem Bereich genießt die UConn in der wissenschaftlichen Forschung hohes Ansehen.

„Später möchte ich Medizin studieren und Ärztin werden“, betont Jandewerth. Vorbilder hat sie in der eigenen Familie, ihr Vater Oliver und ihr sieben Jahre älterer Bruder Tyll sind diesen Weg bereits gegangenen und als Ärzte tätig. Tyll verdankt sie auch die Liebe zum Hockeysport.

„Wenn der große Bruder gespielt hat oder zum Training zum Mannheimer HC ging, bin ich natürlich mitgegangen. Als ich bei den Bambini des MHC angefangen habe, da war ich drei oder vier Jahre alt.“

Jandewerth hat die Entscheidung pro Hockey nie bereut. „Ich durfte 2018 bei den MHC-Damen in der Bundesliga Erfahrungen sammeln. Bei UConn gibt es jemanden im Trainerstab, der in Europa nach Hockey-Talenten Ausschau hält. Dem bin ich 2019 offensichtlich aufgefallen“, erzählt sie. 2019 ergab sich für die junge Mannheimerin die überraschende Perspektive, mit einem Hockey-Stipendium ausgestattet an die renommierte US-Universität in der Ortschaft Storrs zu gehen: „Ich hatte Anfang Juli erst mein Abitur am Feudenheim-Gymnasium gemacht, bereits Ende Juli ging es zur UConn.“

Die Huskies, wie alle Sportteams der UConn heißen, sind im Feldhockey in der NCAA Division I eine der großen Nummern in den USA und konnten bei den College Meisterschaften schon fünf Mal den Titel holen. „In den USA ist Hockey bei den Frauen an den Universitäten ein sehr populärer Sport“, versichert Jandewerth. Den Einstieg beim Hockey-Team der UConn erleichterte ihr, dass sie mit Antonia Tiedtke (Frankfurt) und Svea Böker (Bremen) auf zwei deutsche Spielerinnen traf.

Internationales Flair

„Antonia war dort sogar der Kapitän, natürlich hatte ich zu beiden vorher schon Kontakt aufgenommen“, sagt Jandewerth. Sie ist schon etwas traurig, dass die beiden nach ihrem Abschluss nicht mehr da sind. „Trotzdem habe ich mich sehr gut eingelebt. Wir haben ein internationales Team mit Spielerinnen aus den USA, Australien, England, den Niederlanden und künftig auch Irland“, berichtet die 19-Jährige.

„Im März wurde bei der UConn wegen der Pandemie alles geschlossen. Der Rest des Sommersemesters wurde dann online gestaltet, das hat aber alles gut geklappt“, will Claire Jandewerth nun möglichst bald mit den Huskies auch wieder den Hockeyschläger schwingen. Schließlich möchte sie mit dem UConn-Team den Titel 2019 in der Big East Conference verteidigen und diesmal bei der Endrunde um die US-College-Meisterschaften noch weiter kommen als zuletzt ins Viertelfinale.

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