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Spieler der Woche Eric Schaaf spielte vor einigen Jahren noch in der 2. Liga und ist froh, jetzt für Gartenstadt am Ball zu sein

Lieber Hobbykicker als Profi

Archivartikel

Mannheim.Eric Schaaf vom Fußball-Verbandsligisten VfB Gartenstadt ist zwar erst 28 Jahre alt, seine Fußballkarriere klingt jedoch jetzt schon nach großem Abenteuer und vor allem eines: Erfolg. Der Rechtsfuß kickte in der A-Jugend-Bundesliga bei Borussia Mönchengladbach, durchlief Stationen bei Darmstadt 98, Eintracht Frankfurt, dem SV Waldhof, dem VfR Mannheim und spielte sich in der Jugend auch in den Kreis der DFB-Auswahl, ehe der Sprung in den Profibereich folgte.

„Entscheidung nicht bereut“

Schaaf kickte für Sandhausen und Heidenheim in der 2. Liga und verknüpft damit auch das bisher größte Highlight seiner Karriere. „Ich war damals 25 Jahre alt, spielte für Sandhausen. Ich zeigte eine gute Leistung gegen Paderborn, im kommenden Spiel sollte ich endlich von Beginn an auf dem Platz stehen. Ich vergesse den Moment niemals, als die beiden damaligen Trainer mir die gute Nachricht verkündeten“, erinnert sich Schaaf an die Gefühlsachterbahn vor seinem ersten Startelfeinsatz: „Du sitzt da im Mannschaftshotel und weißt schon, dass du gleich auf dem Präsentierteller stehst, dass du alles geben musst. Glücklicherweise habe ich eine gute Partie abgeliefert und ein Tor vorbereitet.“

Seine Zeit im Profigeschäft endete dann auch beim SV Sandhausen. Der Verein und Schaaf kamen bei Vertragsverhandlungen nicht mehr auf einen Nenner, der 28-Jährige entschied sich für einen Weg fernab vom Fußball: „Es gab noch Angebote aus der 3. Liga. Ich wollte aber einfach nicht mehr so weit weg. Meine Familie wohnt in Bensheim, hier bin ich verwurzelt. Ich habe mich entschieden, ins normale Berufsleben einzusteigen und den Sport nur noch als Hobby zu betrachten. Es ist eine Entscheidung, die ich bis heute nicht bereue.“

2015 kickte der Mittelfeldmann noch in der 2. Liga, nur ein Jahr später fand er sich in der Landesliga bei Gartenstadt wieder. „Ich bin vor allem von der menschlichen Seite des VfB beeindruckt und war auch damals gleich überzeugt“, erklärt Schaaf, der sich noch gut an seine ersten Spiele erinnern kann. „Natürlich dachte jeder, dass ich die Liga ordentlich auseinandernehmen würde. Aber das Gegenteil war der Fall. Ich erkannte mich selbst nicht mehr auf dem Platz und hatte enorme Probleme mit der Umstellung. Nach drei bis vier Monaten hatte ich mich aber wieder im Griff“, erklärt der sympathische Ex-Profi, der die Landesliga damals auch zu schätzen begann: „Hier konnte ich einfach ohne Druck spielen. So wie früher in der Jugend. Das war für mich enorm wichtig.“

Der Spaß ist zurück bei Schaaf – und mit den Glücksgefühlen kam auch der Erfolg bei Gartenstadt. Von der Landesliga schaffte der 28-Jährige mit dem VfB den Sprung in die Verbandsliga. Kurz vor Ende der Saison kann der Verein schon am Wochenende den Aufstieg in die Oberliga klarmachen. Eigentlich ein unbeschreiblicher Coup für den Mannheimer Traditionsverein, doch hinter dem Aufstieg stehen noch große Fragezeichen.

Gartenstadt überlegt, von dem Aufstiegsrecht nicht Gebrauch zu machen, viele Faktoren sprechen dagegen. „Vor allem die infrastrukturelle Seite macht dem Verein Sorgen. Die Oberliga ist eine enorme Hausnummer mit vielen Verpflichtungen“, erklärt Schaaf und gibt Einblicke in seine ganz eigene Sichtweise: „Als Fußballer stehst du natürlich jedes Wochenende auf dem Platz, um Meister zu werden. Nicht aufzusteigen, wäre da schon bitter. Die Qualität der Mannschaft, die Klasse der Vereinsführung und das komplette Umfeld haben Oberliga-Niveau. Die Infrastruktur ist das Problemfeld, im Endeffekt liegt es an der Vereinsführung – und da könnte ich auch einen Aufstiegsverzicht nachvollziehen.“