Lokalsport Mannheim

Leichtathletik Weitsprung-Ass geht erfolgreich „fremd“

Malaika Mihambo stürmt im Sprint zur WM-Norm

Archivartikel

Mannheim.Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo erläuterte erst vergangene Woche im „Aktuellen Sportstudio“, wie sehr ihre Sprungleistung vom schnellen Anlauf abhängt. Immer mal wieder geht sie daher auch in 100-Meter-Rennen an den Start. Am Mittwoch fragte ihr Trainer bei Meeting-Chef Rüdiger Harksen nach, ob sie im Rahmen der Juniorengala laufen könne. Natürlich erhielt sie die Erlaubnis – und stellte die gesamte DLV-Konkurrenz in den Schatten.

Gemeldet mit einer Zeit von 12,06 sec lief die Starterin der LG Kurpfalz im Michael-Hoffmann-Stadion in 11,21 sec nicht nur sensationell die Norm für die WM in Doha, sondern ist nun sogar die Nummer zwei der Bestenliste des DLV. Im ersten Lauf war sie zeitgleich Zweite mit Topfavoritin Daryll Naita aus Großbritannien. Den zweiten Durchgang gewann sie sogar vor der Britin und jubelte unter dem tosenden Beifall der Zuschauer über 11,13 Sekunden. Doch mit 2,4 m/sec herrschte etwas zu viel Rückenwind. „Dass ich eine Bestzeit laufe, war vor dem Ziel klar“, sagte Mihambo. „Dass es dann aber doch so schnell wurde, kann ich noch gar nicht fassen“, reagierte die Oftersheimerin auf ihren Coup.

Ebenfalls zu unbändigem Jubel aufgelegt war Gregor Traber (LAV Tübingen). Der Deutsche Meister über 110 m Hürden, der wegen einer Verletzung und eines Trainerwechsels verspätet in die Saison einstieg, schaffte bei seinem ersten Wettkampf in 13,37 sec ebenfalls die WM-Norm (13,46 sec). „Ich bin zwar schon immer gut gestartet, aber so schnell noch nie“, freute er sich. „Nachdem letzte Woche Tübingen ins Wasser fiel, hatte ich gehofft, dass es hier klappt.“

Immerhin verbinden ihn ganz spezielle Erinnerungen mit Mannheim. Vor neun Jahren sicherte er sich bei der Juniorengala das internationale Ticket, wurde aber von Bundestrainer Dietmar Chounard angeschnauzt, weil er trotz der Gefahr eines Stiches barfuß über die Wiese lief. „Er hat mir gerade gesagt, dass es ihm eine Lehre war und er die Schuhe seither nun immer anbehält“, berichtete Chounard mit einem Schmunzeln. sd

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