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Hockey Für beide Mannschaften des Mannheimer HC ist beim Final Four in Krefeld schon im Halbfinale Endstation / Damen scheitern erst im Penaltyschießen

Mannheimer Frust im Doppelpack

Krefeld.Beim Final Four um die deutsche Feldhockey-Meisterschaft in Krefeld war für beide Teams des Mannheimer HC diesmal schon am Samstag im Halbfinale Endstation. Dennoch gab es einen großen Unterschied zwischen den Auftritten beider Mannschaften. Denn während die MHC-Damen die Neuauflage des Vorjahresfinales gegen den UHC Hamburg eigentlich für sich hätten entscheiden müssen, aber am Ende mit 3:4 (0:0, 0:0) nach Penaltyschießen unglücklich den Finaleinzug verpassten, präsentierten sich die MHC-Herren in ihrem Halbfinale gegen den HTC Uhlenhorst Mülheim bei der 1:2 (0:2)-Niederlage nicht in meisterlicher Form.

„Letztes Jahr haben wir das Finale gegen den UHC Hamburg noch verdient verloren, da musste man einfach anerkennen, dass sie besser waren als wir. Aber heute haben wir sie dominiert und sogar noch besser gegen sie gespielt, als bei der unglücklichen 0:1-Niederlage im Europapokalviertelfinale in London“, konnte es MHC-Spielerin Sophia Willig nicht fassen, dass man auch diesmal die Überlegenheit nicht in Tore ummünzen konnte. „Wir sind eine noch junge Mannschaft und wenn man sich überlegt, welchen Sprung wir leistungsmäßig seit dem verlorenen Finale 2017 gemacht haben, dann ist das schon enorm“, sieht Willig die Damen der Blau-Weiß-Roten trotz der bitteren Niederlage auf dem richtigen Weg.

„Beste Saisonleistung“

„Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat ihre beste Saisonleistung abgerufen. Wir haben selbst nur sehr wenig zugelassen, uns vorne viele Chancen erspielt und waren spielbestimmend. Nur ein Tor ist uns leider nicht gelungen“, wusste MHC-Damencoach Philipp Stahr, dass der Gang ins Penaltyschießen unnötig war. Hier fiel die Entscheidung erst nach sieben Schützen, als Maxi Pohl ihren Versuch nicht verwerten konnte, während Katharina Frank für den UHC traf. Die Hamburgerinnen mussten sich dann gestern im Finale nach drei Titeln in Folge aber dem Club an der Alster mit 1:3 (1:0) geschlagen geben musste.

Bilder der Enttäuschung gab es auch bei den MHC-Herren, doch der bis am Samstag amtierende deutsche Meister wusste, dass die Neuauflage des letztjährigen Halbfinales trotz des am Ende knappen Endergebnisses von 1:2 (0:2) verdient an die Ruhrstädter ging. „Mülheim hat es uns sehr schwer gemacht und wir haben leider erst ab dem dritten Spielviertel Mittel gefunden“, bedauerte der südafrikanische Nationalspieler Rhett Halkett, dass ihm bei seinem Abschied aus Mannheim kein besseres Ende vergönnt war. Der 32-Jährige wird den MHC verlassen und wahrscheinlich künftig in England dem Hockeyball hinterherjagen. „Natürlich tut die Niederlage heute weh, aber trotzdem überdeckt das nicht die unvergessliche Zeit die ich hier beim MHC hatte“, sagte der Profi. Neben Halkett war es auch für Patrick Hablawetz und Maximilian Neumann das letzte Spiel im MHC-Trikot.

Erneut in der Euro Hockey League

Dass die Quadratestädter sich erneut für die Euro Hockey League qualifizierten, war für MHC-Herrentrainer Michael McCann nach dem Halbfinal-Aus kein echter Trost, schließlich hätte er seiner aus Australien angereisten Mutter gerne ein DM-Finale mit den MHC-Herren präsentiert. „Mülheim hat es mehr gewollt als wir und wenn du gegen so ein Top-Team mit 0:2 hinten liegst, dann wird es schwer“, sagte McCann, der nach einer Gelben Karte gegen Guido Barreiros und der daraus resultierenden fünfminütigen Zeitstrafe im letzten Spielviertel erst in der 52. Minute Torhüter Lukas Stumpf zugunsten eines weiteren Feldspielers auf die Bank beordern konnte. Der Anschlusstreffer von Timm Haase (55.) war zwar Lohn dieser Maßnahme, aber mehr sprang nicht heraus.

Zu kämpfen hatten beide Mannschaften mit den Platzverhältnissen. „Das ist nicht der Platz auf dem der Crefelder HTC seine Bundesligaspiele austrägt. Der Untergrund war sehr nass, rutschig und bei Strafecken gab es nur ein kleines Fenster, sonst verspringt da der Ball“, berichtete auch der Mülheimer Coach Omar Schlingemann, der gestern mit seinem Team im Finale gegen Rot-Weiss Köln vor 4445 Zuschauern mit 3:2 (1:1) den deutschen Meistertitel holte.