Lokalsport Mannheim

Leichtathletik 20-Jährige von der MTG freut sich nach Gold bei der U-23-DM auf die Team-EM

Mergenthaler wie im Rausch

Leverkusen.Hannah Mergenthaler konnte ihr Glück kaum fassen. Nach ihrem Titel-Coup über 400 Meter bei der U-23-DM in Leverkusen schlug die 20-Jährige von der MTG Mannheim ungläubig die Hände über dem Kopf zusammen. Sie hatte nicht nur die Gold-Vorgabe, die sich selbst gesetzt hatte, locker erfüllt, sondern verbuchte in 53,24 Sekunden auch noch eine neue persönliche Bestzeit.

"Hannah hat das ganz souverän gemeistert", lobte ihr Trainer Michael Manke-Reimers, den der Vorlauf fast noch mehr begeisterte: "Wir haben nicht damit gerechnet, dass sie so viel Druck bekommt, Hannah hat das auf den letzten 100 Metern aber spielerisch gelöst", sagte der Coach zu den 53,63 sec. "Wäre sie bei den Top-Bedingungen im Vorlauf volle Pulle gelaufen, wäre am Ende wohl die 53er-Marke gefallen." Was nicht ist, kann aber noch werden, schließlich darf die 20-Jährige noch zwei Saisons in der U-23-Klasse starten. Zunächst liegt der Fokus der Lehramtsstudentin aber auf der Team-EM in Lille. "Vielleicht wird sie jetzt tatsächlich mit ihrer MTG-Kollegin Nadine Gonska in der Staffel über 4x400 Meter eingesetzt", mutmaßte Manke-Reimers, für den das Ticket für die WM in London im August die Kirsche auf der Torte wäre.

Bestzeit und Silber für Wessolly

Mit der Leistung von Jessica-Bianca Wessolly war Manke-Reimers ebenfalls sehr zufrieden. Nachdem die 20-Jährige über 200 Meter schon im Vorlauf eine neue Bestzeit aufgestellt und in 23,61 sec die Norm für die U-23-EM im polnischen Bydgoszcz nur um eine Hundertstel verpasst hatte, sprintete sie im Finale in 23,66 zur Silbermedaille. "Sie hatte im Finale das Pech, auf Bahn drei laufen zu müssen. Im Leverkusener Stadion sind die Kurven extrem eng", erklärte Manke-Reimers. In der Sprintstaffel wird Wessolly bei der U-23-EM dabei sein, ob sie auch im Einzel über 200 m starten darf, entscheidet der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV).

Auch andere Talente der MTG glänzten: Yemisi Ogunleye, die noch in der Jugend starten kann, erreichte mit Kugel (15,19 m) und Diskus (47,87 m/Bestleistung) zwei sechste Plätze, Stabhochspringerin Jacqueline Otchere wurde mit 3,90 m ebenso Fünfte wie Hürdensprinterin Jasmin Mattus (14,08 sec). Hochspringer Alexander Heidu landete auf Rang sieben (2,04 m), Julian Otchere mit dem Stab (5,00 m) auf Platz acht. Die Sprintstaffel lief in der Aufstellung Daniela Wenzel, Mergenthaler, Wessolly und Mattus in 46,48 sec zu Bronze, über 4x400 m kamen Leonore Petry, Marie Therese Leimbach, Katarina Lauth und Maike Krischer als Sechste ins Ziel (4:00,45 min.).