Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (55) Jan Erik Korgitzsch kam erst recht spät zu seinem Hobby, hat aber schon Medaillen auf Landes- und Bundesebene geholt

Mit dem Rennrad zum Rudertraining

Mannheim.Jan Erik Korgitzsch ist ein strukturierter junger Mann. Um sein Ausdauertraining effektiv in den Tagesablauf zu integrieren, fährt der Ruderer aus Bad Dürkheim fast immer mit dem Rennrad zum Training nach Mannheim. Zumindest einen Teil der Strecke. „Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln würde ich zwei Stunden benötigen, so schaffe ich es in einer.“ Sein Tag ist genau durchgetaktet, um Schule und Sport mit pro Woche acht Trainingseinheiten unter einen Hut zu bringen. Nur dienstags, wenn der Unterricht erst um 17 Uhr endet, arbeitet er zu Hause auf dem Ergometer, ansonsten ist er abends zwischen 17.30 und 19.30 Uhr entweder im neuen Zentrum auf der Friesenheimer Insel oder im Clubhaus an den Rheinterassen. „Seit ich rudere, sind meine Noten sogar besser geworden“, zahlt sich für den auch politisch interessierten Korgitzsch die Konzentration aus, die sein Sport verlangt.

Auch wenn Jan Erik durch Vater und Großvater familiär vorgeprägt ist, interessierte er sich recht spät für das Rudern und spielte bis ins Alter von zwölf Jahren Basketball und Handball. Er wagte sogar einen Ausflug zum Turnen. „Dann machten mein Vater – er rudert in Ludwigshafen – und Kurt Bauder vom MRC einen Deal: Ich sollte mal im Training vorbeischauen. Glücklicherweise war damals auch ein Altersgenosse da und so bin ich geblieben.“ Allerdings wurde der tatsächliche Einstand 2014 wegen eines Armbruchs erst einmal um ein Jahr verschoben, doch ab 2015 ging es rasant bergauf.

2017 gewann er im Einer und Zweier die Landesmeisterschaft im Leichtgewicht und erreichte das DM-Halbfinale. Im Jahr darauf stand er nicht nur bei den Landesmeisterschaften (Einer-Sieg im Leicht- und Schwergewicht, Silber im Doppelzweier), sondern auch bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Podest (Bronze im Einer).

„Das faszinierende am Rudern ist, dass es die perfekte Technik nicht gibt, denn es existiert kein Grundmaß. Man kann sich nur permanent verbessern“, erklärt der 16-Jährige, der später einmal ein Medizinstudium ins Auge fasst.

In der nächsten Saison warten neue Herausforderungen, denn dann startet er nicht nur in der höheren Altersklasse der A-Junioren, sondern die bisherige 1500-m-Strecke verlängert sich auf 2000 m. Er und seine Trainer stehen zudem vor der Entscheidung, wo seine Zukunft liegt: Im vom Deutschen Verband kaum noch geförderten Leichtgewicht (olympisch ist nur der Doppelzweier), in dem er maximal 67,5 kg wiegen darf, oder im Schwergewicht. Weil er bisher das Leichtgewicht bevorzugt, ist er auch in keinem Kader – obwohl er der beste B-Junior in Baden-Württemberg war.

Im nächsten Teil lesen Sie über einen, der mit einem weißen Ball spielt.

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