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Fußball Sandhausens Coach formuliert ehrgeizige Ziele

Mit dem SVS weiter nach oben

Archivartikel

Sandhausen.Mehrere Wochen haben die Verantwortlichen des Fußball-Zweitligisten SV Sandhausen auf diese Nachricht hingearbeitet: Uwe Koschinat (Bild) hat seinen auslaufenden Vertrag verlängert und wird voraussichtlich bis mindestens 2022 bei den Hardtwäldern an der Seitenlinie stehen. Schon bei den Pressekonferenzen in den Vorwochen hatte der gebürtige Koblenzer keinen Hehl daraus gemacht, sein Engagement ausbauen zu wollen, trocken war die Tinte aber erst unmittelbar vor dem 2:2-Unentschieden im letzten Spiel des Kalenderjahres gegen Holstein Kiel (wir berichteten).

„Nach der tollen Serie war jetzt genau der richtige Zeitpunkt. Dass es vor Weihnachten geklappt hat, freut mich“, erklärte Präsident Jürgen Machmeier, der Koschinats zuverlässige, strukturierte und leidenschaftliche Art schätzt. Der Sportliche Leiter Mikayil Kabaca lobte die „tollen Gespräche“ und freut sich, dass er die Arbeit mit seinem Partner fortsetzen darf. Koschinat selbst hat ehrgeizige Ziele: „Mein Ziel ist es, den Verein unter die besten 25 Mannschaften Deutschlands zu führen.“

Das ist unter den gegebenen Umständen beim selbst ernannten Ligazwerg eine große Herausforderung. Es zeigt aber auch, dass Koschinat den Verein, bei dem er am 15. Oktober 2018 sein Amt antrat, noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung sieht: „Das Team trägt jetzt die Handschrift von Mikayil Kabaca und mir. Wir haben in unsere Leistungen Kontinuität gebracht, wir haben es geschafft, die Menschen im Stadion zu begeistern und deswegen finde ich es nur logisch, dass man, wenn man Spaß an dieser Mannschaft hat, und sich wohlfühlt, die Zusammenarbeit fortsetzt.“

Die Spieler haben von der Personalentscheidung unmittelbar vor dem Anpfiff erfahren und die Nachricht applaudierend aufgenommen, bestätigt Torwart Martin Fraisl, der mit zahlreichen Paraden den Punkt gegen die Nordlichter festhielt: „Wir haben uns richtig gefreut. Das ist für uns enorm beruhigend, dass wir mit so einem qualitativ hochwertigen Mann weiterarbeiten dürfen.“

Uwe Koschinat wird geschätzt – von seinen Spielern, dem Umfeld, den Fans, aber auch von vielen Journalisten. Er hat sich durch seine Arbeit aber auch interessant für die Konkurrenz gemacht. Ob er eine Ausstiegsklausel in seinem neuen Kontrakt besitzt, wollte Präsident Machmeier nicht bestätigen: „Wenn heutzutage jemand ohne eine Ausstiegsklausel seinen Verein verlassen möchte, dann schafft er das auch. Wir bleiben unserer Linie aber treu und veröffentlichen keine Vertragsinhalte.“

Freude auf Zusammenarbeit

Manchmal genügt es aber auch, Gestik und Mimik eines Menschen zu deuten: Koschinat scheint kein Interesse an einem vorzeitigen Abgang zu haben – im Gegenteil: Er freut sich auf die weitere Zusammenarbeit: „Ich hoffe, dass meine Mitstreiter Lust haben, den Weg weiter mit mir zu gehen. Wenn es nach mir gehen würde, dann weiß der Verein, dass ich das begrüßen würde.“ Und weit entfernt scheint die nächste Vertragsverlängerung nicht zu sein, denn unmittelbar nach der Pressekonferenz fiel der 48-Jährige seinem Co-Trainer Gerhard Kleppinger in die Arme und raunte ihm zu: „Und du bist der Nächste.“

Jetzt genießen die Profis aber erst einmal die Weihnachtspause, ehe die Wintervorbereitung am Mittwoch, 8. Januar, beginnt. Ob es bis dahin noch weitere personelle Entscheidungen geben wird, ließ Kabaca offen: „Wir haben bisher keine Transfers zu vermelden.“ Ein Abgang von Felix Müller, der unter Koschinat keine Chance mehr hat, scheint aber wahrscheinlich. (Bild: dpa)

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