Lokalsport Mannheim

Handball Trainer des Drittligisten SG Leutershausen gibt Abschied zum Saisonende bekannt / „Zeitaufwand ist einfach zu groß“

Nagel nimmt sich eine Auszeit

Leutershausen.Marc Nagel wird zum Saisonende sein Traineramt bei der SG Leutershausen beenden und keine sechste Saison bei den Roten Teufeln dranhängen. Die Anzeichen dafür hatten sich in den letzten Wochen verdichtet. Nun informierte der 47- Jährige den Traditionsverein auch offiziell.

„Diese Entscheidung fällt mir nicht leicht und es ist keine, die ich gern getroffen habe. Ich genieße weiterhin jede Minute mit der Mannschaft. Aber die Distanz zu meinem Wohnort nach Karlsruhe und der damit verbundene Zeitaufwand ist zu groß; die Autofahrten fallen mir nicht mehr leicht“, sagte Nagel, dessen Name mit der Erfolgsgeschichte der SG Leutershausen immer eng verbunden sein wird.

Als Spieler 1992 Vize-Meister

Nagel wurde in der Saison 1991/92 noch als Spieler mit der SGL deutscher Vizemeister, spielte bis 1995 an der Bergstraße, bevor er zum TV Großwallstadt wechselte. Seine Trainerkarriere startete er 2005 bei der SG Pforzheim/Eutingen, unterstützte ab Januar 2013 seinen ehemaligen Team- und Nationalmannschaftskollegen Holger Löhr bei der SGL als Assistenztrainer. Im Oktober 2013 trat Löhr zurück, Nagel übernahm als Chefcoach.

„Ich habe der gesamten SG Leutershausen und Uli Roth im Speziellen als Spieler und Trainer sehr viel zu verdanken. Ich möchte im kommenden Sommer richtig abschalten und – sollte mir der Handball fehlen – die Möglichkeit wahrnehmen, bei anderen Trainern zu hospitieren“, freut sich Nagel auf die handballerische Auszeit. Als Abschiedsgeschenk wünscht sich der Gymnasiallehrer für Sport und Mathematik natürlich eine Spitzenplatzierung mit den Roten Teufeln in der 3. Bundesliga. Derzeit steht Leutershausen aussichtsreich auf dem zweiten Platz der Oststaffel.

Mark Wetzel, seit dieser Saison Sportlicher Leiter der SGL, kann die Entscheidung des Erfolgstrainers nachvollziehen. Der Aufwand, den Nagel betrieben habe, sei professionell, aber natürlich auch extrem gewesen. „Wir haben mit Marc immer offen kommuniziert, er hat uns seine Entscheidung frühzeitig mitgeteilt, dass er mit dem Gedanken spielt, eine Pause einzulegen. Wir haben dafür absolutes Verständnis. Natürlich war man anfangs etwas enttäuscht – aber man muss den Hut vor seiner Leistung ziehen, Marc war nicht nur Trainer, sondern auch ein wichtiger Ansprechpartner. Er ist jedem im Verein immer mit großem Respekt begegnet.“

Uli Roth, sportlicher Weggefährte von Marc Nagel und aktuell für den Leutershausener Sponsoringbereich zuständig, bedauert die Personalie ebenfalls: „Die ganze Zusammenarbeit mit Marc basierte immer auf großem Vertrauen, das war schon ganz besonders. Dennoch habe ich innerhalb von zwei Minuten verstanden und akzeptiert, warum er diese Entscheidung getroffen hat. Nun wird es für uns natürlich extrem schwer einen Nachfolger zu finden, der diese Philosophie mit vielen jungen Spielern ebenfalls verkörpert – wir sind Marc extrem dankbar für seinen Einsatz in den vergangenen Jahren.“ Bis Weihnachten sei man im Leutershausener Lager nun mit den möglichen Kandidaten im Gespräch. „Wir sind ja früh dran und wollen im Januar einen adäquaten Nachfolger präsentieren. Leutershausen soll auch künftig eine gute Ausbildungsadresse bleiben“, sagt Uli Roth, der lachend hinzufügt: „Bisher hatten wir seit dem Neustart nach der Insolvenz ja nur zwei Trainer. Und mit denen haben wir immer per Handschlag verlängert.“

Am Samstag um 19 Uhr kommt jetzt aber erst einmal der HSV Bad Blankenburg in die Beck-Halle. Und da sind Nagel und Co wieder auf das Hier und Jetzt fokussiert. tb/AT