Lokalsport Mannheim

Thaiboxen Bei der 12. Fight Night muss der Lokalmatador im Schwergewicht früh auf die Bretter / 1500 Zuschauer in der GBG Halle

Nasirs schmerzhafte Rückkehr

Archivartikel

Mannheim.„A Day To Fight For“, lautete das Motto der zwölften Mannheimer Fight Night und die rund 1500 Zuschauer in der GBG Halle am Herzogenried sahen tatsächlich so ziemlich alles, was das Thaiboxen (Muay Thai) ausmacht und um was es dem Motto nach zu kämpfen gilt. Die Kampfkunst aus Fernost ist dabei allerdings nichts für empfindliche Gemüter, da im Gegensatz zum Kickboxen auch Techniken mit dem Ellenbogen und dem Knie erlaubt sind. Der Respekt vor dem Gegner – auch das wird in den Muay-Thai-Schulen gelehrt – stand dabei aber immer im Mittelpunkt. Die veranstaltenden Thai Bombs Mannheim setzten dabei mit insgesamt elf Kämpfen eher auf Klasse statt Masse. Schon die Vorkämpfe ließen erahnen, was die Besucher erwartete – und dass, obwohl hier nur der Nachwuchs antrat.

Ein K.o. wie aus dem Nichts

So musste der jüngste Akteur des Abends, der 16-jährige Edon Avdili vom Team Elite Fight Ludwigshafen in seinem Kampf nach K1-Regeln – ohne Clinch und Ellenbogen – zwar eine Niederlage gegen den zwei Jahre älteren Phil Rast aus Saarlouis einstecken, überzeugte aber dennoch mit seiner Leistung. Entsprechend zufrieden zeigte sich der Nachwuchsmann nach seinem bislang 14. Kampf. „Wir haben beide gut gearbeitet. Ich hatte die klareren Treffer, aber er war wohl aktiver. Das Ergebnis geht deshalb in Ordnung“, zeigte das Talent von der linken Rheinseite Größe in der Niederlage.

Der Höhepunkt des Abends war zweifellos der K1-Schwergewichtskampf von Ali Nasir von den Mannheimer Thai Bombs. Zwei Jahre bestritt der Lokalmatador aufgrund einer Hüftverletzung keinen Muay-Thai-Kampf mehr und hielt sich zwischenzeitlich mit Boxen fit. Dort brachte er es immerhin zum Südwestdeutschen Meister, doch seine Heimat liegt unbestritten im Muay-Thai-Ring, in dem er vom Mannheimer Publikum dann auch entsprechend lautstark empfangen wurde.

Nasir begann stark mit ansatzlosen Kicks und Schlägen. Im Vergleich zu seinem französischen Gegner Daniel Krost war er der deutlich aktivere Kämpfer. Aber noch in der ersten Runde musste Nasir einen Schlag gegen den Kopf einstecken und ging wie aus dem Nichts zu Boden. Wieder auf den Beinen taumelte er durch den Ring, fiel in die Seile und ging schließlich K.o. „Ich bin gut in den Kampf reingekommen, war gut drauf, aber ein Schlag kann alles beenden“, räumte Nasir ein. Bei seiner Rückkehr hat der 22-Jährige aber trotz der Niederlage wieder Lust auf mehr bekommen. „Ich werde zurückkommen. Meinen heutigen Gegner werde ich mir holen“, hofft Nasir auf eine baldige Revanche.

Ein weiterer Höhepunkt war das Turnier bis 81 Kilogramm Kampfgewicht nach K1-Regeln. Chris Obiango von den Black Scorpions Mannheim trat im ersten Halbfinale gegen Stefan Herges aus Trier an. Obiango gewann nach Punkten. Im zweiten Halbfinale siegte Nico Ighodaro vom Team Fight & Fitness Mannheim gegen den Deutschen Vizemeister Wladimir Holodenko aus Bruchsal durch Abbruch. Holodenko wurde aufgrund eines irregulären Tritts disqualifiziert.

Mannheimer Finale bis 81 Kilo

Im Finale zweier Mannheimer Lokalmatadoren traf Obiango also auf Ighodaro. Zweimal kämpften beide bereits zuvor gegeneinander und die Bilanz lautete: 1:1. Das dritte Duell ging dann nach einem krachenden K.o. an Obiango. Mit dem Knie traf er seinen Gegner in der ersten Runde im Gesicht, wovon der sich nicht mehr erholen konnte. „Ich war gleich im Rhythmus, aber dann hat er mich eiskalt erwischt“, war Ighodaro enttäuscht. Gewinner Obiango dagegen war glücklich: „Im ersten Kampf wollte ich zu viel. Im Finale hieß es dann beißen. Dann war der Moment da: Er ist abgetaucht und ich habe meine Chance genutzt.“

Neben Turniersieger Obiango war auch Veranstalter Michael Damboer zufrieden mit dem Abend: „Sportlich war kein Fallobst dabei. In jedem Kampf war alles drin,“ zog Damboer zufrieden Bilanz.