Lokalsport Mannheim

MM-Extra-Spiel VfL Kurpfalz gewinnt das Derby gegen Primus SV Waldhof II mit 2:1 und träumt von der Relegation

Neckarau darf weiter hoffen

Archivartikel

Mannheim.Ein falscher Pfiff entschied das spannende Landesligaderby und Spitzenspiel zwischen dem VfL Kurpfalz Neckarau und dem SV Waldhof II. Obwohl Giovanni Scalamato den Ball sauber klärte, wollte der Unparteiische Fabian Hilz (Stutensee) hier ein Foul im Strafraum an Lorenz Held gesehen haben und gab neben der Gelb-Roten Karte gegen Scalamato einen Strafstoß für die Neckarauer, den Idris Yildirim zum 2:1 (0:1)-Sieg für den VfL Kurpfalz verwandelte (84.). Die Waldhöfer mussten sich aber an die eigene Nase fassen, denn die Niederlage hatte sich der Tabellenführer durch das Auslassen von mehreren klaren Chancen zum möglichen 2:0 nach Darnell Hills Führungstreffer (17.) selbst zuzuschreiben.

„Dreimal haben wir kläglich unsere Möglichkeiten vergeben“, haderte hinterher SVW-Coach Peter Brandenburger. Angesprochen fühlen durften sich neben Hill (45.), Silas Schwarz (61.) und Patrick Heinzelmann (62.). Stattdessen kassierte die U23 des SVW durch das Eigentor von Heinzelmann nach der scharfen Hereingabe von Patrick Piontek kurz vor dem Siegtreffer den unglücklichen Ausgleich (76.). Vier Spieltage vor dem Saisonende schmolz der Vorsprung in der Tabelle auf acht Punkte vor dem VfL und dem kommenden Gegner 1.FC Mühlhausen.

Der Sieg des in seinen Heimspielen weiter ungeschlagenen VfL Kurpfalz war gleichwohl nicht unverdient, denn der Aspirant auf die Relegationsspiele investierte in der letzten halben Stunde sehr viel und nahm das Heft in die Hand. „Das war von Anfang an ein Spiel zweier Spitzenmannschaften mit hohem Tempo und auf hohem Niveau. Ich hatte das Gefühl, dass wir im weiteren Verlauf immer stärker wurden. Meine Mannschaft hat insgesamt in dieser Saison eine gute Entwicklung genommen“, lobte der Neckarauer Coach Richard Weber.

„Wir haben versucht, von Anfang an dagegenzuhalten. Die erste Halbzeit war chancenmäßig sehr ausgeglichen, nach der Halbzeit wurden wir zunehmend überlegen und haben einen verdienten Sieg errungen“, meinte auch Neckaraus Außenverteidiger Piontek, der weiter den zweiten Tabellenplatz fest im Visier hat. „In den letzten vier Spielen wollen wir das Maximale herausholen“, soll die Saison für ihn dann sogar noch zwei Partien länger dauern.

Aksoy kommt aus Heidelberg

Der erste Gegner wäre in der Relegation der Verbandsligavertreter (Schwetzingen, Wieblingen oder Bilfingen). Neben den Neckarauern haben mit Bammental, St. Leon, Neuenheim und Mühlhausen noch vier weitere Mannschaften die Chance auf den Relegationsplatz..

Lucky Paschaloglu, der Sportliche Leiter des VfL Kurpfalz, wird unabhängig von der Liga im Sommer nicht allzu viele Änderungen im Kader vornehmen. Es wird nur wenige Abgänge geben und mit Furkan Aksoy (SGK Heidelberg) steht ein Neuzugang schon fest. „Das Spiel heute hat gezeigt, dass wir mithalten können, denn Waldhof II hat Verbandsliganiveau. Unser jetziges Team ist noch entwicklungsfähig und kann noch weiteres Potenzial ausschöpfen. Wir planen weiter nur für die Landesliga und werden bei einem Aufstieg vielleicht punktuell noch etwas tun“, bleibt Paschaloglu ganz entspannt.

Spitzenreiter SV Waldhof II wird sich den Aufstieg vor den letzten vier Begegnungen wohl nicht mehr nehmen lassen, auch wenn Brandenburger das A-Wort nicht hören will. „Bei uns denken alle, wir wären schon aufgestiegen und haben das in den Hinterköpfen, doch wir haben noch vier schwere Spiele vor uns“, betont er. Ligaunabhängig muss der künftige Trainer Frank Hettrich aber eine neue Mannschaft formieren. Brandenburger nimmt fünf Spieler mit zum VfB Gartenstadt (Darnell Hill, Yonathan Domingos, Dennis Geißelmann, Marcus Hawk, Suhwan Lee), Torwart Konstantin Weis hat ab Sommer ein Stipendium in den USA und auch einige andere werden sich einen neuen Club suchen müssen. Bleiben werden neben Heinzelmann und Scalamato mit Anthony Loviso, Filip Vlahov und Dennis Franzin fünf Routiniers.

„Wir planen mit einem 18-Mann-Kader mit schwerpunktmäßig Spielern des Jahrgangs 2000. Vier Akteure aus der eigenen U 19 haben uns zugesagt, von den Würzburger Kickers kommt Torwart Fabian Will“, hat Abteilungsleiter Bernd Großmann schon einen Großteil des künftigen Teams beisammen.