Lokalsport Mannheim

Fußball-Kreisliga Germania Friedrichsfeld will gegen Turanspor die Wende einläuten / Personalprobleme nach Platzverweisen

Ohne Biss und Überzeugung

Archivartikel

Mannheim.Matthias Dehoust stehen schon nach zwei Spieltagen die Sorgen ins Gesicht geschrieben. Der Trainer des Fußball-Kreisligisten FC Germania Friedrichsfeld wirkt konsterniert. Den Saisonstart seiner Elf hatte er sich komplett anders vorgestellt. Zum Auftakt setzte es eine 0:2-Niederlage gegen Aufsteiger SV Enosis, zuletzt ging der FC in Wallstadt unter (1:4). Die noch in der Vorsaison bärenstarke Offensive hat Ladehemmungen, in der Defensive unterlaufen immer wieder individuelle Fehler. Resultat: Friedrichsfeld ist Tabellenletzter.

„Nach den guten Spielen in der Vorbereitung ist das für mich ein Rätsel. Gegen Enosis haben wir gehemmt gewirkt, da war von all den Vorgaben nichts mehr zu sehen. Gegen Wallstadt war es ein Schritt nach vorne. Niederlagen treffen dich als Spieler und Trainer aber immer schwer“, ist Dehoust noch auf Spurensuche für das Dilemma. „Meine Jungs haben es drauf, ganz ohne Frage“, ist er sicher. „Bisher fehlen aber vor allem der Biss und die Überzeugung. Wir haben unter der Woche alles hinterfragt, auch ob die Vorbereitung zu intensiv oder vielleicht auch nicht zielgerichtet genug war. Wir drehen aktuell jeden Stein um.“

Von Geheimfavorit weit entfernt

Die Germanen starteten als Geheimfavorit auf den Aufstieg in die Saison. Ein Problem: Zu den spielerischen Defiziten gesellten sich Undiszipliniertheiten. In den bisherigen Spielen kassierte der FC drei Platzverweise. „Wir müssen uns auch an die eigene Nase packen, obwohl die Schiedsrichter in letzter Zeit nicht immer das glücklichste Händchen beweisen“, brodelt es in Dehoust.

Für das kommende Heimspiel gegen Turanspor fallen damit gleich mehrere Spieler aus, hinzu kommt das Bangen um Spielmacher Benjamin Wanzek. Der 33-Jährige ist seit Saisonbeginn angeschlagen, musste unter der Woche das Training abbrechen: „Das war eine unglückliche Aktion. Ich weiß, dass er alles geben wird bis Sonntag, gehe aber nicht davon aus, dass er spielt“, plant Dehoust ohne seinen Leitwolf.

„Müssen Kurve bekommen“

Der Coach baut jetzt vor allem auf seine bisherigen Ersatzspieler: „Es gab bei dem einen oder anderen Unmut, dass er bisher nicht in der Startelf stand. Wir werden jetzt nicht das komplette System ändern. Fakt ist aber, dass sich auf einigen Positionen was tun wird“, spornt Dehoust seine Mannschaft an und fordert gegen Turanspor die schnelle Wende: „Wir müssen dafür sorgen, dass wir jetzt die Kurve bekommen.“

Nach dem Turanspor-Spiel warten auf die Germania Brocken: Die Dehoust-Elf fährt erst zu Aufstiegskandidat TSG Lützelsachsen und empfängt dann die erstarkte Mannschaft des SC Rot-Weiß Rheinau. „Wir müssen jeden Sonntag an unsere Leistungsgrenze kommen, um mithalten zu können. Das war in der letzten Saison auch so, da haben wir es geschafft. Ich will aktuell nichts mehr hören von Aufstiegskandidat oder Geheimfavorit. Wir müssen uns jetzt ganz allein auf uns konzentrieren“, so Dehoust, dessen Sorgenfalten in den kommenden Wochen noch mehr werden könnten. bah