Lokalsport Mannheim

Fußball Andreas Clauß hat die Stationen Waldhof, Offenbach sowie Darmstadt hinter sich – und ist heute beim 1. FC Kaiserslautern

Ohne Scheu vor Erzrivalen

KAISERSLAUTERN.SV Waldhof Mannheim, Kickers Offenbach, SV Darmstadt 98, 1. FC Kaiserslautern – was sich liest wie eine Landkarte der Südwest-Rivalen im Profifußball ist ein Auszug aus der Vita von Andreas Clauß. Der Torhüter, der beim SV Waldhof Mannheim groß wurde und für die Blau-Schwarzen sieben Bundesliga- und 48 Zweitligaspiele bestritt, ist heute Co-Trainer des Südwest-Oberligisten 1. FC Kaiserslautern II. „Natürlich merken wir auch hier die Einschnitte, auch im Nachwuchsleistungszentrum muss gespart werden“, geht laut Clauß die aktuelle Krise beim Pfälzer Traditionsclub auch an der U-21-Mannschaft nicht spurlos vorbei.

Doch genau dies sei der Weg, den der FCK gehen müsse. „Wir sind keineswegs das fünfte Rad am Wagen. Der Austausch nach oben funktioniert sehr gut und einige Spieler von uns werden in der Vorbereitung bei der Profimannschaft mittrainieren“, betont er. Mit Christian Kühlwetter und Lukas Gottwalt hatten unlängst erst zwei Spieler aus dem eigenen Nachwuchspool den Sprung nach oben geschafft. Für Clauß ist es bereits die zweite Karrierephase, die er am Betzenberg verbringt. Schon von 2004 bis 2007 spielte er im Herbst seiner Karriere für die zweite Mannschaft der Roten Teufel.

Stets professionell

Davor lief er für die Offenbacher Kickers und den SV Darmstadt 98 auf. Das Thema „Rivalität“ war auf all seinen Stationen stets nur kurz ein Thema. „Klar wurde man in der Anfangszeit immer kritisch beäugt, aber ich hatte das Glück, dass ich jeweils zum Start zwei richtig gute Spiele gemacht habe und dann hatte sich das erledigt“, so Clauß. Nach seinem Wechsel zum SV Darmstadt 98 wurde er bei der Mannschaftsvorstellung mit den Worten „Da kommt der Mannheimer, der aus Offenbach zu uns wechselt“ mit einem Seitenhieb auf seine Stationen zuvor begrüßt. Doch auch am Böllenfalltor hatte er die Vergangenheit schnell abgelegt.

„Heute kann ich überall hin, ohne dass jemand dumm redet“, erklärt Clauß – ein Beweis für sein stets professionelles Auftreten. Natürlich ist für Clauß, der am morgigen Sonntag seinen 50.Geburtstag feiert, der SV Waldhof Mannheim noch immer eine Herzensangelegenheit, schließlich verbrachte er den Großteil seines fußballerischen Lebens am Alsenweg. „Ich bin nach wie vor interessiert und komme auch zu den Spielen, wenn sich das nicht mit unseren Begegnungen oder Spielbeobachtungen überschneidet“, sagt er. „Ich habe noch viele Bekannte und bin immer noch auf dem neuesten Stand.“

In der Saison 2012/13 war Clauß für zwölf Spiele sogar Trainer der Regionalliga-Mannschaft des SV Waldhof und blieb davon in zehn Partien ungeschlagen. Nach Saisonende rückte Clauß hinter Kenan Kocak vollkommen loyal und frei von Animositäten ins zweite Glied zurück. „Ich habe mit Kenan gut zusammengearbeitet“, bestätigt Clauß.

Am Ende der Spielzeit 2013/14 musste er jedoch nach insgesamt 21 Jahren bei den Blau-Schwarzen gehen. „Der Vorstand sprach von einem finanziellen Engpass. Wobei wir hier aber nicht von Unsummen reden“, wundert sich Clauß noch heute über die Umstände seines Abschieds. Aktuell ist er Co-Trainer beim 1.FC Kaiserslautern II unter Hans-Werner Moser, relativiert aber die Hierarchien. „Wir sind ein Trainerteam, wir differenzieren selbst nicht nach Chef- und Co-Trainer“, spricht Clauß von einer trotz aller widrigen Begleiterscheinungen angenehmen Atmosphäre am „Betze“.

Er dürfte damit der einzige Fußballer sein, der bei allen Südwest-Rivalen Halt gemacht hat und dabei noch überall in guter Erinnerung geblieben ist.