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Stark im Sport (Folge 111) Der 14-jährige Elias Graze gehört in der Schüler-Klasse zu den besten Gewichthebern Deutschlands und träumt von Olympia

Ohne Scheu vor schweren Hanteln

Archivartikel

Ilvesheim.Dreimal pro Woche fährt Elias Graze aus seinem Wohnort Ilvesheim zum Training nach Ladenburg. Bereits vor sieben Jahren hat er bei Werner Rapp vom Athletik-Sport-Verein (ASV) das ABC des Gewichthebens erlernt. Der Lohn all der Mühen: 2018 wurde der heute 14-jährige Schüler deutscher Vizemeister seiner Altersklasse. Doch kurz vor den diesjährigen Titelkämpfen Mitte November in Ingolstadt plagte ihn Verletzungspech.

„Es ärgert mich, dass ich diesmal nicht dabei sein konnte“, sagt der mehrfache baden-württembergische Champion und Dritte der Süddeutschen Meisterschaften. „Das ist echtes Pech: Elias hätte hundert Prozent Chancen gehabt und wäre wahrscheinlich deutscher Meister geworden“, glaubt sein Coach. Rapp ist optimistisch: „Das wird wieder.“

Im kommenden Jahr, dann bei den Schülern der Altersgruppe A, greife Graze voraussichtlich erfolgversprechend wieder an. Da ist sich sein Coach Rapp „ganz sicher“, während sich der Teenager etwas skeptischer zeigt.

„Ich finde zunehmend weniger Zeit fürs Training, obwohl mir das Gewichtheben immer noch viel bedeutet“, erklärt er beispielsweise mit Blick auf die schulischen Herausforderungen.

Von den beiden Teildisziplinen seiner Sportart mag er das Reißen lieber. Dabei wird die Langhantel in einem einzigen flüssigen Bewegungsablauf vom Boden zur Hochstrecke mit senkrecht stehenden Armen gebracht. „Das liegt mir mehr“, sagt Graze über seine Vorliebe. Zur Erläuterung: Das Stoßen besteht im Gegensatz zum Reißen aus zwei Teilabläufen, dem Umsetzen der Hantel auf die Schultern und letztlich dem kraftvollen Ausstoßen über den Kopf.

Elias Graze weiß, dass er seinem Trainer einen großen Teil seiner bisherigen Erfolge verdankt: „Er weiß sehr viel übers Gewichtheben“, sagt der Schüler. Und was ist seit rund 50 Jahren das Geheimnis von Rapp? „Du musst als Trainer auch Psychologe sein“, antwortet der 72-Jährige schmunzelnd. So weiß er auch mit Motivationsdellen seiner vielen Schützlinge umzugehen. Aus diesem Grund und auf der Suche nach optimaler technischer Anleitung zieht es immer mehr Athleten aus der Trendsportart CrossFit, die Kraft-, Koordinations- und Ausdauerübungen vereint, in den kleinen Kraftraum in der Lobdengau-Halle.

Mit dem Rad ins Training

Weil es dort an manchen Trainingstagen recht eng zugeht, wünscht sich auch Heber-Talent Graze, dass beim geplanten Neubau einer Sporthalle im Ladenburger Römerstadion auch die Gewichtheber berücksichtigt werden. Beruflich zieht es ihn „in Richtung Autos“. An der Seckenheim-Werkrealschule, wo er zu den Besten zählt, mag er neben Englisch und Mathe das Fach Technik am liebsten. In seiner Freizeit misst sich Graze mit Freunden auch gerne an der Spielkonsole. Außerdem fährt er gerne Mountainbike – auch zum Training nach Ladenburg.

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