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Tennis Neuzugang Maximilian Marterer spielt für Grün-Weiss Mannheim bei den ersten drei Bundesliga-Partien

Rasante Fahrt auf der Überholspur

Mannheim.Maximilian Marterer genoss den Moment auf der ganz großen Tennis-Bühne in Paris. Das Achtelfinal-Duell mit dem späteren Champion Rafael Nadal bedeutete den bisherigen Karriere-Höhepunkt des Neuzugangs von Grün-Weiss Mannheim auf der ATP-Tour. Der Nürnberger glänzte beim Grand-Slam-Turnier vor 15 000 Zuschauern mit einigen cleveren Passierschlägen und hielt in den Grundlinienduellen mutig dagegen. Dass am Ende trotzdem eine glatte Niederlage gegen den Weltranglistenersten stand, schmerzte den 23-Jährigen kaum. Marterer wollte lernen, alles aufsaugen – und erhielt danach als Belohnung quasi einen Ritterschlag.

Die lebende Legende Nadal klopfte Marterer, der vor fünf Jahren in Roland Garros schon mit dem Spanier trainieren durfte, beim Händedruck am Netz auf die Brust und streckte den Daumen hoch. „Er sagte mir, es sei schön, mal ein neues Gesicht kennengelernt und mir gegenüber gestanden zu haben“, berichtete Marterer mit einem glücklichen Lächeln im Gesicht. „Das konnte ich dann natürlich nur zurückgeben.“ Für ihn war direkt nach diesem Erlebnis klar: „Das ist für mich sicherlich das größte Match meiner Karriere gewesen. Ich bin schon stolz, was ich hier erreicht habe.“

Knapp vier Wochen ist dieses Schlüsselerlebnis nun her. Inzwischen steht Marterer als 48. unter den ersten 50 der Weltrangliste – und jetzt übernimmt er nach seinem Erstrunden-Aus in Wimbledon gegen den Italiener Matteo Berrettini bei Grün-Weiss bereits beim Bundesliga-Auftakt am Sonntag (ab 11 Uhr) bei Aufsteiger BW Neuss die Rolle des Hoffnungsträgers. „Im vergangenen Herbst war Maximilian noch auf Rang 135. Ich wusste aber schon damals, dass sein Durchbruch nur eine Frage der Zeit ist. Er hat meiner Überzeugung nach das Potenzial für Position 20“, berichtet Grün-Weiss-Teamchef Gerald Marzenell. „Ich hätte aber nicht gedacht, dass sein Aufstieg so schnell gehen würde.“

Der 23-jährige Marterer – ein Fan von Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim – trainierte nach dem Ausscheiden in London in seiner Heimat Nürnberg und reist von dort direkt nach Neuss. „Maximilian hat Anfang des Jahres bei den Australian Open die dritte Runde erreicht – und hat da gesehen, dass etwas geht. Das war sein erstes Schlüsselerlebnis“, schildert Marzenell, der regelmäßig mit seinem Neuzugang in Kontakt steht. Es folgte die Nominierung für das Davis-Cup-Duell im April in Valencia gegen Spanien – wobei der Franke noch ohne Einsatz blieb – und dann der Höhepunkt bei den French Open. „Da hat sich Marterer richtig gut geschlagen, drei Topgegner überwunden. Er ist ein herausragender Athlet mit einem attraktiven Spielstil“, lobt Marzenell den Profi, der in Oberhaching von Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann trainiert wird.

Kamke stellt Kontakt her

Den ersten Kontakt zwischen Marterer und Grün-Weiss stellte im September 2017 übrigens GW-Spieler Tobias Kamke her. „Er hat mich während der US Open angerufen und erzählt, dass Maximilian gerne für uns spielen möchte“, blickt Marzenell zurück. Danach ging alles ganz schnell. Marterer informierte seinen früheren Bundesliga-Club Aachen und Marzenell machte zwei Tage später mit Marterers Vater, der seinen Sohn als Manager betreut, alles klar.

Für die ersten drei Liga-Begegnungen hat Deutschlands Nummer vier – nur Alexander Zverev (ATP-Rang 3), Philipp Kohlschreiber (22) und GW-Teamkollege Peter Gojowczyk (38) sind aktuell besser platziert – fest zugesagt, also für das Duell in Neuss und die im Titelrennen richtungsweisenden Heimspiele gegen Düsseldorf (13. Juli) und Meister BW Halle (15. Juli). „Wir haben in diesem Jahr weniger Gefälle im Team und sind einen Tick besser besetzt“, unterstreicht Marzenell die Ambitionen des Vizemeisters. „Marterer ist der ideale Neuzugang für uns.“ Durch seine Erfolgsgeschichte wird Marterer auch bei Grün-Weiss im Mittelpunkt stehen.

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