Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (45) Moritz Czasa holte seit langen Jahren wieder einen deutschen Meistertitel für den RRC Endspurt / Von Willi Altig gefordert und gefördert

Schlaksiger Senkrechtstarter auf dem Asphalt-Oval

Archivartikel

Mannheim.Dass Moritz Czasa im Rennradsattel sitzt, war so nicht unbedingt geplant. Doch vor drei Jahren verliebte sich der heute 16-Jährige auf einem Flohmarkt auf den ersten Blick in einen Rennrad-Oldtimer mit Stahlrahmen, Rahmenschaltung und fast schon altertümlich anmutenden Pedalhaken. Da allerdings beide Reifen des „Vintage-Bikes“ kaputt waren, musste ein Spezialist her – und der war mit Willi Altig schnell gefunden. Im Radladen der Mannheimer Legende kamen die beiden ins Gespräch – und zwar nicht nur über kaputte Reifen.

„Er hat mich dann gefragt, ob ich nicht mal bei einem Nachwuchsrennen starten will“, erinnert sich der Schüler und von da an ging alles so schnell, wie Moritz nun regelmäßig über die Asphaltbahn im Herzogenried saust: Erfolge bei Einsteiger-Rennen, Aufnahme in den Landeskader, zwei Landesmeisterschaften in der U 17 und bei den deutschen Bahnrad-Meisterschaften vor zwei Wochen in Dudenhofen nun U-17-Titelträger im Zweier-Mannschaftsfahren sowie Bronze mit dem badischen Vierer.

„Dafür lohnt sich dann das ganze Training“, strahlt der Lampertheimer im RRC-Trikot noch immer über den Coup. Schließlich sitzt der blonde Schlaks, der mit seinen langen Beinen über optimale Hebel verfügt, oft sechs von sieben Tagen im Sattel – Wettkämpfe am Wochenende eingeschlossen.

Doch auch in der Schule lässt sich Moritz nicht abhängen, Abitur und dann vielleicht ein Ingenieur-Studium schweben dem Leichtgewicht vor, das aufgrund seiner Statur auch bergige Strecken locker nimmt. Angetan hat es ihm aber die Bahn. „Das ist eben komplett anders und macht nicht jeder“, beschreibt der Südhesse die Faszination der Rundenjagd zwischen Taktik und Tempo.

Und von wem könnte er da mehr lernen als von RRC-Präsident Willi Altig, der mit seinen Bruder Rudi zu den Glanzzeiten des Mannheimer Radsports die Bahnen in ganz Europa beherrschte. „Ich bin dankbar und stolz, dass er mich trainiert“, blickt das Radsport-Talent zu seinem Förderer auf.

Ob es mal zum Profi reichen könnte – darüber macht sich Moritz Czasa jetzt noch keine großen Gedanken. „Das entscheidet sich ohnehin erst zwischen der U 19 und der U 23“, sagt der Teenager gelassen und will im nächsten Jahr zunächst mal in der U 19 Fuß fassen: „Da gehöre ich dann zu den Jüngsten, das wird schwer genug.“ Aber spätestens im zweiten Jahr will Moritz dann wieder angreifen, denn der Meistertitel von Dudenhofen hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht.

In der nächsten Woche lesen Sie über eine, die trotz viel Rhythmusgefühl auch kräftig sein muss.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/starkimsport

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