Lokalsport Mannheim

Hockey Ausgerechnet an seinem Ehrentag vergibt MHC-Stürmer Guido Barreiros den entscheidenden Penalty in EHL-Achtelfinale in Rotterdam

Schmerzhafte Geburtstagsfeier

Archivartikel

Rotterdam.Seinen 28. Geburtstag am Karsamstag wird Guido Barreiros vom Mannheimer HC wohl sein Leben lang nicht vergessen, denn es war für den Argentinier ein schmerzhafter Tag – und das nicht nur, weil er als sechster Schütze seinen zweiten Penalty im Shoot-Out nur ans Außennetz setzte und damit eine dramatische Achtelfinalpartie der Euro Hockey League (EHL) mit 9:8 (4:4,0:4) nach Penaltyschießen zugunsten der Hausherren vom HC Rotterdam beendete.

Zudem hatte sich der mutige Argentinier bereits zuvor beim Abfangen einer Strafecke (35.) am Fuß verletzt und wirkte daher im gestrigen Platzierungsspiel gegen den französischen Titelträger Racing Club de France aus Paris nicht mehr mit. „Während des Spiels habe ich das gar nicht gespürt“, musste der MHC-Stürmer am Samstagabend mit der Mannschaft mit geschwollenen Zehen seinen Geburtstag in einem Grillrestaurant in Rotterdam feiern. Mit dabei waren da natürlich auch seine beiden argentinischen MHC-Teamkollegen Lucas Vila und Gonzalo Peillat. Von den beiden Olympiasiegern hat letzterer gestern den Mannheimern seine Zusage für die nächsten drei Jahre gegeben.

Nur 65 Sekunden fehlen

Das größte Geburtstagsgeschenk für Barreiros wäre aber der Viertelfinaleinzug gewesen. Schließlich fehlten dazu gerade einmal 1:05 Minuten, als Rotterdam zum 4:4 ausglich (59.) gelang, nachdem die Holländer erst in der 53. Minute mit dem 2:4 auf die Anzeigetafel gekommen waren. „Wir haben über drei Spielviertel sehr gut verteidigt und hatten auch die Chance, noch ein weiteres Tor zu machen. Im letzten Viertel spielen wir die Bälle aber zu oft einfach nur nach vorne und liefern sie beim Gegner ab. Letztlich sind es auf diesem Niveau die Kleinigkeiten, die es dann ausmachen“, versuchte MHC-Abwehrspieler Philipp Huber, der den Treffer von Lucas Vila zum 4:0 (25.) vorbereitet hatte, das Geschehene zu analysieren. Tatsächlich hatte der deutsche Meister die Mehrheit der 6433 Zuschauer im ausverkauften Stadion Hazelaarweg über drei Spielviertel fast zum Verstummen gebracht, denn am lautstärksten war lange der mitgereiste MHC-Anhang zu hören.

Timm Haase hatte den MHC im ersten Viertel mit 2:0 (11.) in Führung geschossen – aus dem Feld erzielte Tore zählen in dieser Saison in der europäischen Königsklasse doppelt. Das Zuspiel zur Mannheimer Führung hatte MHC-Kapitän Jan-Philipp Fischer in den Schusskreis gebracht, der aus seiner Enttäuschung über das verlorene Achtelfinale keinen Hehl machte. „Wir führen zur Pause mit 4:0 und haben auch im Penaltyschießen die Chance, mit dem fünften Schützen die Sache für uns klarzumachen“, bedauerte Fischer.

So hatten im Shoot-Out Jan-Philipp Fischer, Patrick Harris sowie Guido Barreiros ihre Penaltys erfolgreich versenkt und Gonzalo Peillat den Siebenmeter nach Foul an Luca Müller ebenfalls verwandelt, während die Hausherren einmal vergeben hatten. Paul Zmyslony scheiterte aber am Rotterdamer Keeper Berend van Eldonk. In der Verlängerung des Shoot-Outs legte dann Rotterdams Kapitän Jeroen Hertzberger vor und Barreiros wurde ausgerechnet an seinem Ehrentag zur tragischen Figur.

Enttäuschung gut verarbeitet

Statt im Viertelfinale dem Bundesligakonkurrenten HTC Uhlenhorst Mülheim im Kampf um den Einzug ins Final Four der europäischen Königsklasse im Feldhockey gegenüberzustehen, traf der amtierende deutsche Meister aus Mannheim gestern im Platzierungsspiel also auf Paris. Diese Partie nahmen die MHC-Herren trotz der Enttäuschung vom Vortag aber nicht auf die leichte Schulter und belegten nach dem 7:0 (3:0)-Sieg den geteilten neunten Platz in der EHL.

„Nach der Enttäuschung vom Samstag haben die Jungs dieses Spiel auch im Hinblick auf das Derby am Sonntag beim TSV Mannheim ernst genommen. Wir sind erst seit zwei Wochen komplett zusammen, da ist es klar, dass wir noch an den Standards arbeiten müssen“, gefiel MHC-Coach Michael McCann, wie seine Mannschaft mit der Situation umging.