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Handball Da sich der Trainer für den Drittligisten SG Leutershausen entscheidet, muss Badenligist TSV Amicitia Viernheim einen neuen Coach suchen

Schmitts Schritt hat weitreichende Konsequenzen

Leutershausen/Viernheim.Frank Schmitt wird zur neuen Saison Trainer der SG Leutershausen. Was im Lager des Handball-Drittligisten für Freude sorgt, kommt beim Oberligisten TSV Amicitia Viernheim naturgemäß nicht gut an. Dort hatte der 49-Jährige im Dezember noch für eine weitere Saison zugesagt. „Ich habe Mitte Januar mit ihm Kontakt aufgenommen. Er war unser einziger ernsthafter Kandidat, Wir sind sehr froh, dass er sich für uns entschieden hat“, sagte Leutershausens Sportlicher Leiter Mark Wetzel dazu gestern.

Viernheims Abteilungsleiter Ralf Schaal war über die Anfrage der SGL informiert. „Frank hat es uns gesagt. Am Dienstag hat er uns dann unterrichtet, dass er sich für Leutershausen entschieden hat. Daraufhin haben wir uns entschieden, dass wir uns sofort trennen“, sagte Viernheims Macher, der aber betonte, dass es kein böses Blut gegeben habe. „Wir sind natürlich nicht glücklich, schließlich wird da eine Baustelle aufgemacht, die wir gar nicht hatten. Und ob es richtig war, sich sofort zu trennen? Das wird niemand beurteilen können. Natürlich hätten wir auch weitermachenkönnen. Beide Richtungen hatten ihr Für und Wider. Am Ende war es eine Bauchentscheidung“, sagte Schaal.

Am Donnerstag verabschiedete sich Schmitt, der seit sechseinhalb Jahren die Verantwortung bei den Südhessen hatte, von der Mannschaft. Bis zum nächsten Training am Dienstag will Viernheim einen neuen Coach präsentieren. Hinter vorgehaltener Hand wird über Patrick Horlacher (ehemals VTV Mundenheim) spekuliert. „Kein Kommentar“, meinte Schaal.

Frank Schmitt hätte die Saison in Viernheim gerne regulär beendet. „Aber ich akzeptiere natürlich, dass sich der Verein so entschieden hat, auch wenn ich es gern zu Ende gebracht hätte. Wir stehen nicht so schlecht, dass wir den Oberligaverbleib nicht noch schaffen können“, sagt der Mann, der keinen Hehl daraus macht, dass sein Trainerziel schon immer die Dritte Liga war. „Das wussten auch die Viernheimer. Und diese Möglichkeit wollte ich nicht verstreichen lassen.“ Durch seine Freistellung in Viernheim hat Schmitt nun die Möglichkeit, sich intensiv auf die Rückkehr nach Hause vorzubereiten. „Ich habe auch schon mit Marc Nagel telefoniert, der mir angeboten hat, im Training vorbeizuschauen. Mal sehen, ob ich das wahrnehme. Ich muss jetzt erst einmal den Trubel verdauen“, sagt der Mann, der in Heddesheim wohnt und in Weinheim arbeitet.

Für Leutershausen ist der künftige Nachfolger von Trainer Marc Nagel ein Glücksfall. Einer mit Stallgeruch. Schmitt lernte das Handballspielen bei der SGL und debütierte an der Bergstraße in der Bundesliga. Mit dem TV Niederwürzbach wurde er 1992/93 Vize-Meister, insgesamt kam er auf 172 Bundesligaspiele und 492 Tore. Von 1996 bis 98 lief er nochmals für zwei Jahre in Leutershausen auf. Weitere Stationen waren der TuS Nettelstedt, die Spielertrainer-Stationen beim damaligen Regionalligisten TV Hemsbach und der SG Heddesheim. In 15 Länderspielen warf der Spielmacher insgesamt 14 Tore für die deutsche Nationalmannschaft. Als Trainer war er auch beim TV Friedrichsfeld aktiv, den er bis in die Badenliga führte.

Offizielle Präsentation am Montag

Schmitt wird als neuer Trainer zur Saison 2018/19 am Montag offiziell vorgestellt. Er unterschreibt einen Zwei-Jahres-Vertrag. „Er kommt aus Leutershausen, kennt die Strukturen in einem Dorfverein. Er hat in seinem Trainerjob kontinuierlich gearbeitet – wir wollen ihn langfristig an uns binden“, sagt Mark Wetzel.

Und Uli Roth, ehemaliger Mitspieler des Mittelmanns, ergänzt: „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit Frank Schmitt unseren Wunschkandidaten holen konnten. Wir bleiben unserer Philosophie treu, Frank setzt auf junge Spieler. Er hat bei seinen Vereinen immer sehr erfolgreich gearbeitet und wir sind überzeugt, dass wir die Zukunft erfolgreich mit ihm gestalten können.“ AT

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