Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (105) Jakob Böss vom Skiclub Mannheim scheut keinen Hang und kann auch mit dem Fußball umgehen

Schon mit drei auf den Brettern

Mannheim.Jakob Böss ist ein begeisterter Skifahrer, doch genauso gerne kickt der Zwölfjährige. „Aber wenn es Überschneidungen gibt, dann entscheide ich mich für den Ski“, sagt der Kapitän seines Fußball-Teams vom TSV Neckarau, das in der D-Jugend-Kreisliga spielt und in dem er als „Sechser“ mit den Ton angibt. „Der Konkurrenzkampf ist etwas geringer als im Schnee“, muss er auf dem Fußballfeld nicht um seinen Stammplatz bangen. „Beim Skifahren weiß man dagegen nie, was kommt. Schon gar nicht in den Rennen. Es macht aber einfach Spaß“, erklärt er kurz und bündig seine Faszination. „Die Bettmer-Alp, Hintertux und Schladming“ sind seine liebsten Ziele. Und er liebt den Erfolg. „Ich habe keine Angst, fahre jeden Hang hinunter, komme immer gut und schnell in den Rhythmus“, kennt er seine Stärken im Slalom und Riesenslalom. Die Speed-Disziplinen stehen für ihn frühestens in vier Jahren auf dem Programm des Deutschen Skiverbandes.

Aber Jakob ist sich auch einer Schwäche bewusst: „Ich hasse es, gegen Julian zu verlieren, ich werde dann richtig wütend. Dabei müsste ich mich über seine Erfolge eigentlich freuen.“ Schließlich ist Julian sein Zwillingsbruder, mit dem er viel gemeinsam hat – nicht nur das Aussehen. Meistens ist der um eine Minute ältere Jakob einen Tick besser, war in der vergangenen Saison Zweiter der Regio-Meisterschaften. Beim bundesweiten Kids-Cross-Finale erreichte der Flachländer vom Skiclub Mannheim die Top 30. Dass er sich im Schnee pudelwohl fühlt, kommt nicht von ungefähr. Seine Eltern sind leidenschaftliche Skifahrer, die Großeltern haben in der Schweiz unweit einer Skipiste ein Ferienhaus – da war es fast folgerichtig, dass er ab seinem dritten Lebensjahr auf den Skiern stand und in jeder Saison ein bis zwei Skikurse machte. Mit sieben Jahren stellte ihn sein Vater dem Skiclub Mannheim vor, Jakob wurde von Trainer Kurt Herschmann sofort zu einem Rennen eingeladen – und war gleich vorne mit dabei.

Die Frage, wie ernsthaft er den Wintersport anpackt, erklärt sich fast von selbst: „Ich will Leistungssportler werden und würde später gerne ins Ski-Internat gehen.“ Die Aufnahme ist extrem schwierig, die Konkurrenz um die wenigen Plätze groß. Allein schon von den Trainingsmöglichkeiten her hat der Mannheimer gegenüber den Bayern und Südbadenern jede Menge Nachteile. Wenn Schnee liegt, kann er nur zweimal pro Woche direkt nach der Schule trainieren, schon die Anfahrt zum Seibelseckle im Schwarzwald kostet viel Zeit. Doch da gibt es ja noch die regelmäßigen Trainingslager des Clubs und des Badischen Ski-Verbandes, zu dessen Kader Jakob gehört.

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