Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (79) Dawid Friedrich trainiert seit fünf Jahren beim Boxring Mannheim für eine erfolgreiche Laufbahn im Ring

Schüchterner Blondschopf mit flinken Händen

Archivartikel

Mannheim.Auf den ersten Blick ist Dawid Friedrich ein schüchterner und zurückhaltender junger Mann. Sobald er sich jedoch die Boxhandschuhe anzieht und den Ring besteigt, ist es vorbei mit Ruhe und Zurückhaltung. Dann legt er richtig los und bringt mit schnellen Rechts-Links-Kombinationen seine Gegner zur Verzweiflung. Erst im März erreichte er den ersten Platz bei den Baden-Württembergischen Boxmeisterschaften in der Kategorie -60 Kilogramm. Insgesamt drei Mal wurde er schon Baden-Württemberg-Meister, drei weitere Male musste er sich nur im Finale geschlagen geben und wurde Zweiter – und das obwohl er erst seit fünf Jahren boxt.

Mit den Erfolgen ist der 15-Jährige eines der Aushängeschilder des Boxring Mannheim, entsprechend hoch sind seine Ziele für die Zukunft: „Ich möchte auf jeden Fall auch Deutscher Meister werden“, sagt er. Doch auch damit wäre der junge Blondschopf noch nicht zufrieden: „Mein Traum ist es, irgendwann einmal Boxprofi zu werden“, fügt er an.

Sein Vorbild ist der ukrainische Profiboxer Wassyl Lomatschenko, ein ehemaliger Weltmeister der WBO im Federgewicht und Superfedergewicht, sowie aktueller Weltmeister der WBA und WBO im Leichtgewicht. Um irgendwann so kämpfen zu können wie Lomatschenko, arbeitet Dawid Friedrich hart an seinem Körper: Vier- bis fünfmal pro Woche geht er zum Boxtraining oder ins Fitnessstudio. An bis zu drei weiteren Tagen pro Woche geht er joggen. Etwa sechs bis acht Stunden wöchentlich kommen so zusammen. Dass so viel Zeit für den Sport draufgeht, macht ihm nichts aus: „Ich mache das ja gerne und es ist ja ein Training, das ein klares Ziel hat“, sagt er. Zurzeit sei das allerdings etwas schwieriger, weil er sich in der zehnten Klasse und somit im Abschlussjahrgang befindet. „Wenn wichtige Tests anstehen, muss ich manchmal eine Einheit oder einen Wettkampf ausfallen lassen“, gesteht er.

Ans Aufhören hat er trotz alledem noch nicht gedacht. Auch eine andere Sportart kommt für ihn nicht in Frage: „Früher habe ich zusätzlich noch Fußball gespielt, mich dann aber für das Boxen entschieden“, sagt er. Warum das so ist? „Weil Boxen eine Einzelsportart ist und ich beim Fußball eben immer von anderen abhängig bin“, sagt er.

Daher macht es ihm auch nichts aus, dass er in seinem Freundeskreis der Einzige ist, der boxt. „Die anderen machen andere Sportarten, viele spielen Fußball“, verrät der Mannheimer. „Aber alle finden gut, dass ich boxe und freuen sich mit mir über große Erfolge.“ Und von denen werden hoffentlich noch einige weitere folgen.

Zum Thema