Lokalsport Mannheim

Stark im Sport Für ein Jahr konzentriert sich Nastasja Schunk nun ganz auf Tennis, hat aber Plan B in der Tasche

Schulpause für die Karriere

Mannheim.Die Mittlere Reife hat Nastasja Schunk in der Tasche, nun beginnt für das Tennis-Ass der MTG Blau-Weiß Mannheim ein neuer Lebensabschnitt. Denn die noch 15-Jährige, die vor elf Jahren mit Tennis begann, sagt der Schule für zunächst ein Jahr Lebewohl und widmet sich nur noch dem Sport. Schon seit 18 Monaten spielt Tennis die Hauptrolle in ihrem Leben. Damals zog sie vom heimischen Altrip ins Athletenhaus des Landesleistungszentrums Leimen, trainierte mal dort, mal am Bundesstützpunkt in Stuttgart und besuchte zwischendurch die Schule.

„Ich schätze aber, dass ich rund 60 Prozent des Jahres gefehlt habe“, sagt Schunk. Die lange Abwesenheit von zu Hause war ein Hauptgrund, um vom Ludwig-Frank- zum Kurpfalz-Gymnasium in Mannheim zu wechseln. „Ich wurde im LFG toll unterstützt, aber die Fernbetreuung durch die Lehrer am Kurpfalz ist noch besser. Den Rest an Nachhilfe hat mein Vater übernommen – der ist Lehrer.“

Gleichwohl freut sie sich, wenn sie jetzt für zwölf Monate Schulstress und Hausaufgaben vergessen kann. Schließlich hat die Mannschaftsführerin des Zweitligisten MTG noch einiges vor, seit sie 2018 sensationell Baden-Württemberg-Meisterin bei den Frauen wurde. „Das war eines meiner schönsten Erlebnisse.“ Ähnlich markante Eindrücke sammelte sie bei einem Junioren-Weltranglistenturnier im April im französischen Istres, bei dem echte Grand-Slam-Atmosphäre herrschte. Viermal stand Schunk, die von ihrem älteren Bruder Robin zum Tennis animiert wurde, seit 2018 international bei ITF-Wettkämpfen auf dem Podest, war in dieser Zeit von Platz 518 auf 141 der Junioren-Weltrangliste geklettert, bevor sie Anfang Juni ein Faserriss in der Bauchmuskulatur lahmlegte. Die Nummer eins der deutschen U 16 verpasste deswegen nicht nur die nationalen Titelkämpfe, sondern musste auch ihren Traum von Juniorinnen-Turnier in Wimbledon begraben. Auch die US-Open im August kommen voraussichtlich noch zu früh. „Aber ich war zwei Wochen zur Reha, die hat mir sehr geholfen“, hofft die Tochter der langjährigen Chefin im Mannheimer Turn-Leistungszentrum und Nachwuchsbundestrainerin Claudia Rödinger-Schunk, dass sie ab nächster Woche wieder voll ins Training einsteigen kann.

Nächstes Ziel Miami

Denn auch wenn Wimbledon verschoben wurde, so warten in diesem Jahr doch noch ein paar Attraktionen. Zum Beispiel zwei Turniere in Miami. Die dafür notwendigen Qualifikationspunkte will sie bei zwei ITF-Wettkämpfen in Luxemburg und Gladbeck holen. Und wenn die Karriere doch nicht so glatt verläuft, dann hat Nastasja Schunk einen Plan B: „Dann mache ich Abitur“, kann sie jederzeit ins Kurpfalz-Gymnasium zurück.