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Fußball Mitbegründer der Metropolregion Rhein-Neckar führte den Traditionsclub von 2004 bis 2007

SV Waldhof trauert um Ex-Präsident Bremme

Archivartikel

MANNHEIM.Die Metropolregion Rhein-Neckar trauert um einen ihrer Begründer. Am Donnerstag verstarb Hans Joachim Bremme (Bild) im Alter von 81 Jahren. In der Quadratestadt machte sich Bremme von 2004 bis 2007 auch als Präsident des SV Waldhof einen Namen.

1957 hatte es Bremme studienbedingt aus Wuppertal nach Heidelberg verschlagen, nach einem kurzen Abstecher in Freiburg, wo er promovierte, wurde er dann in der Kurpfalz sesshaft. 1989 übernahm Bremme als maßgeblicher Mitinitiator den Vorsitz im Vorstand des damals neu gegründeten Arbeitskreises Rhein-Neckar-Dreieck e.V., in dem sich die drei Oberzentren Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen eine Plattform zur Zusammenarbeit in den verschiedensten Bereichen schuf.

Erst Aufsichtsrat, dann Club-Chef

Hier wurde er zum Gründervater des Rhein-Neckar-Dreiecks, einem Vorläufer der heute als Metropolregion Rhein-Neckar titulierten Gebietsbezeichnung. Im Jahr 2002 erhielt er dafür als Anerkennung das Bundesverdienstkreuz am Bande, eine Auszeichnung, die er stets in aller Bescheidenheit nie wirklich zur Schau getragen hat. „Es war nett, dass es anerkannt wird, aber ich habe es danach nie wieder rausgeholt“, sagte er anlässlich seines 80. Geburtstags gegenüber dieser Zeitung. Bremme war zudem einer der Sprecher der BioRegion Rhein-Neckar-Dreieck und Präsident des Gesundheitsnetzes Rhein-Neckar-Dreieck. Seit 1969 war er bis zu seiner Pensionierung in leitender Position in der Öffentlichkeitsarbeit (Leiter der Mitarbeiter- und Umfeldinformation) bei der BASF in Ludwigshafen tätig.

1996 nahm Bremme seine Tätigkeit im Aufsichtsrat des SV Waldhof auf, im Juni 2004 wurde er – nachdem er 2002 noch in einer Kampfabstimmung Hans Regelein unterlegen war – Präsident des Clubs. „Warum ich das tue, weiß ich selbst nicht“, hatte Bremme, der sich selbst nie als ausgewiesener Fußball-Fachmann bezeichnete, damals erklärt. Dennoch erfüllte er das Amt mit Feuereifer, stand zum 100-jährigen Jubiläum des SVW an der Spitze und läutete den Bau des Jugendförderzentrums mit ein.

Im Jahr 2007 gab er sein Amt an Mario Nöll ab, blieb dem SV Waldhof aber stets treu und war bei den Heimspielen der Blau-Schwarzen bis zuletzt regelmäßig im Carl-Benz-Stadion. wy/red (Bild: Binder)