Lokalsport Mannheim

Schwimmen Beim 41. Hedint zeigt vor allem der Nachwuchs aus dem Olympiastützpunkt sein Potenzial / Giulia Goerigk aus Karlsruhe überzeugt

Talentschau im Heddesheimer Becken

Heddesheim.Acht Starts, sieben Siege, sechs Bestzeiten und ein Bahnrekord: wenn das kein gelungener Saisonstart auf der Kurzbahn ist. Giulia Goerigk war denn auch mit ihren Auftritten beim 41. Heddesheimer Hedint vollauf zufrieden. „Ich bin aber auch etwas überrascht, für einen Einstiegswettkampf ist das echt gut gelaufen“, sagte die 16-jährige Nachwuchshoffnung des Deutschen Schwimmverbandes, die – auch wenn sie nicht in Heidelberg, sondern in Karlsruhe trainiert – zum Olympiastützpunkt Metropolregion Rhein-Neckar gehört.

„Ich bin nicht in erster Linie angetreten, um zu gewinnen, sondern schaue lieber auf Zeiten“, freute sich die Schülerin des Karlsruher Otto-Hahn-Gymnasiums, die pro Woche acht Wasser- und drei Krafteinheiten trainiert, am meisten über ihren Erfolg auf ihrer Lieblingsstrecke 400 Meter Lagen. Die 4:45,21 min bedeuten nicht nur persönliche Bestzeit auf der Kurzbahn, sondern damit pulverisierte sie auch den alten Hedint-Rekord von Marlene Hüther aus dem Jahr 2015. Goerigk war die einzige, die 2018 in die Chronik aufgenommen wurde.

Siege mit Bestzeiten schwamm die Bronzegewinnerin des europäischen olympischen Jugendfestivals 2017 sowie vierfache deutsche Jugendmeisterin und JEM-Siebte von 2018 zudem über 100 m Rücken (1:04,09 min), 100 m Brust (1:13,56 min) 100 und 200 m Schmetterling (1:03,90 / 2:19,50 min). Auch über 200 m Lagen (2:16,59 min), 200 m Brust (2:33,25 min) und mit der Mixed-Staffel der SGR Karlsruhe stand Goerigk ganz oben auf dem Treppchen. Bei ihrem sechsten Rekord (200 m Freistil, 2:03,03) musste sie sich allerdings Zoe Vogelmann (2:02,97 min) knapp geschlagen geben.

Rund 40 Helfer stemmen Kraftakt

Auch die 15-Jährige vom SV Nikar Heidelberg gehörte mit fünf Erfolgen zu den Seriensiegerinnen und präsentierte bestens den hochtalentierten Nachwuchskader des OSP Rhein-Neckar, der im Sommer bei den deutschen Jahrgangsmeisterschaften 33 Medaillen gewann. Das vielleicht spannendste Rennen spielte sich über 25 m Schmetterling ab, denn Vogelmann (28,89 sec), die Karlsruherun Sita Kusserow (28,92) und Maialen Rohrbach (Swimteam HedDos, 28,92 sec) trennte nur ein Wimpernschlag. Die 17-jährige Lokalmatadorin hielt sich ansonsten zum Saisonauftakt noch etwas zurück, gewann aber die 50 m Rücken (0:30,50 sec).

Einige Mal als Zweite stand ihre Vereinskollegin Maike Jung auf dem Podest, den SV Mannheim vertrat Paul Grunert mit vier ersten Plätzen. Beim Traditionswettkampf zum Beginn der Saison auf der 25-Meter-Bahn, bei dem diesmal der Nachwuchs im Mittelpunkt stand, fiel auch die zwölfjährige Joelle Vogelmann (Nikar HD) auf. Die jüngere Schwester Zoe gewann sechs Strecken.

„Wir sind mit der Teilnehmerzahl sehr zufrieden, auch wenn die deutschen Spitzenschwimmer, die beim Hedint gerne ihre Wettkampfhärte testen, diesmal fehlten“, beurteilte HedDos-Abteilungsleiterin Silvia Wiltzsch die 282 Teilnehmer aus 15 Vereinen mit 1711 Starts. „Die Stars sind wegen der späten EM im August fast alle noch im Trainingslager, die offene Klasse war daher nicht so stark besetzt.“ Umso mehr freute sie sich, dass auch der Nachwuchs vom eigenen Verein immer wieder auf dem Podest stand.

Den Kraftakt, einerseits zusammen mit 40 anderen Helfern vom SwimTeam HedDos das Hedint zu organisieren, andererseits auch selbst zu schwimmen, bewältigten die Zwillinge Maren und Anna Spietzack. „Wir lassen die Saison aber ruhig angehen, konzentrieren uns jetzt auf den Masters-Bereich, in dem wir Fuß fassen wollen“, haben die 30-Jährigen nationale und internationale Ziele, die sie vor eigenem Publikum „aber erst nur auf Nebenstrecken“ in Angriff nahmen.