Lokalsport Mannheim

Radsport Mannheimerin Marquardt holt drei US-Titel

Tokio kommt immer näher

Carson.Die in Mannheim geborene Bahnradsprinterin Mandy Marquardt hat bei den US-Meisterschaften in Carson/Kalifornien die Titel im Sprint, im Keirin und im 500-Meter-Zeitfahren (53,021 sec.) gewonnen. Mit diesem dreifachen Titelgewinn hat die 27-jährige Kurzzeitspezialistin einen großen Schritt in Richtung Olympische Spiele in Tokio 2020 gemacht. „Das wäre nicht nur der Höhepunkt meiner Karriere, sondern auch die einmalige Chance, andere Sportler mit Diabetes zu beflügeln und zu bestärken“, sagte Marquardt 2018 im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bei der Radsportlerin aus der Kurpfalz, die als Teenagerin zur ihrer US-amerikanischen Mutter in die Staaten zog und dort auch ihr Studium absolvierte, wurde im Alter von 16 Jahren Typ-1-Diabetes diagnostiziert. Von einer Radsport-Karriere auf der Bahn ließ sie sich davon aber nicht abhalten.

Seit 2009 fährt sie in den USA für das Team Novo Nordisk, einem Radsportteam speziell für Menschen mit Diabetes, und kann mittlerweile schon zwei WM-Teilnahmen vorweisen. Bei den jüngsten Titelkämpfen 2019 im polnischen Pruszkow kam Marquardt im Sprint auf Platz 27 und im 500-Meter-Zeitfahren auf Rang 21.

Gefördert wurde Marquardt bereits in jungen Jahren von der Mannheimer Radsport-Legende Willi Altig, dem sie erst kürzlich über die sozialen Medien ausführlich zum 50-jährigen Bestehen seines Radladens in der Neckarstadt gratulierte. „Von ihm habe ich mein erstes Radtrikot bekommen und er hat immer an mich geglaubt“, schrieb Marquardt am 2. Juli auf Facebook.

Die US-Sprinterin begann als Zehnjährige mit dem Radsport und wurde 2008 Dritte bei den deutschen Junioren-Meisterschaften im 500-Meter-Zeitfahren in Büttgen.