Lokalsport Mannheim

Fußball Stürmer-Legende des VfR Mannheim gestorben

Trauer um Hartmann

Archivartikel

Mannheim.Ludwig „Lui“ Hartmann gehörte zum VfR Mannheim wie der Wasserturm zur Quadratestadt. Doch der Platz des schon länger schwer erkrankten Kult-Stürmers aus den 1970er Jahren wird im Rhein-Neckar-Stadion künftig leer bleiben. „Ein ganz großer Mensch und legendärer Mittelstürmer des VfR Mannheim hat sein letztes Spiel verloren“, schrieb seine Tochter Diana am Dienstagmorgen auf ihrer Facebook-Seite. Lui Hartmann wurde 73 Jahre alt.

„Diese traurige Nachricht hat den VfR und seine Mitglieder sehr getroffen. Mit Lui Hartmann verliert der VfR Mannheim nicht nur einen seiner besten Stürmer der Nachkriegsgeschichte, sondern vor allem auch einen liebenswerten, offenen Menschen“, sagte Sportvorstand Boris Scheuermann.

49 Tore im Meisterjahr 1972/73

Unvergessen waren Hartmanns rekordverdächtige 49 Treffer in der Saison 1972/73, dem Meisterjahr des VfR in der 1. Amateurliga Nordbaden. Für die Mannheimer ging es in der Folge aufwärts bis in die damals neugegründete 2. Bundesliga – nicht zuletzt dank der vielen Tore Hartmanns. Weitere Erfolge kamen hinzu, unter anderem zwei Spiele in der Amateur-Nationalmannschaft (gegen Italien und die Niederlande) sowie zahlreiche Einsätze in der Badenauswahl. Kurios: Zum Fußball kam der Jubilar erst spät, spielte er doch lange Zeit in der Handballabteilung der SpVgg Ilvesheim, ehe er vereinsintern die Sportart wechselte und über Ilvesheim, Altrip und Den Haag Ende der 60er Jahre beim VfR landete.

Dort erlebte er als Fußballer seine größte Zeit, freilich ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren: Hartmann war nie abgehoben oder arrogant, immer „nah bei de’ Leut’“ und mit einer großen Prise Humor ausgestattet. Ein Wechsel kam für Hartmann nie in Frage. „Ich brauch’ einfach die Kurpfälzer Mentalität um mich herum“, sagte das VfR-Original immer. Hartmann wird am 4. Oktober um 10 Uhr auf dem Friedhof in Wallstadt beigesetzt.