Lokalsport Mannheim

Spieler der Woche Mario Geggus von der SpVgg Wallstadt liebäugelt noch mit dem Landesliga-Aufstieg

Treffsicherer Leitwolf

Mannheim.Noch nicht einmal ein Jahr im Verein, die Kapitänsbinde übernommen und zum Leistungsträger avanciert – Mario Geggus ist für die SpVgg Wallstadt ein echter Glücksfall, fußballerisch wie menschlich ein enormer Gewinn für das Team von Trainer Michael Wagner. „Er ist innerhalb kürzester Zeit zum Kopf der Mannschaft geworden. Mario ist der Dreh- und Angelpunkt im Spiel, ein großes Vorbild für die Jüngeren, zudem hat er das absolute Sieger-Gen“, schwärmt der Coach des Kreisligisten und schmunzelt: „Wie der Transfer zustande kam, war allerdings schon eher ungewöhnlich.“ In der letzten Saison kickte der 32-jährige Geggus noch in der Verbandsliga beim FC Olympia Kirrlach. „Ich wollte noch ein paar Jahre höherklassig spielen, wurde dann aber zum Glück das zweite Mal Vater“, lächelt Geggus, dessen Freundin den Wechsel letztendlich ins Rollen brachte.

Die Freundin war schuld

„Mein zukünftiger Schwager spielt auch bei Wallstadt. Meine Freundin und deren Schwester fanden die Vorstellung toll, dass wir beide immer zusammen zum Verein fahren könnten und dass sie uns sonntags zuschauen könnten. Wir wohnen seit 2015 in Käfertal, der Weg nach Wallstadt war also auch kürzer, ich hätte mehr Zeit für die Familie“, erklärt der Leitwolf die Überlegungen. Der baldige Schwager gab die Kontaktdaten von Geggus an Wagner weiter, der fackelte nicht lange und holte den 32-Jährigen ins Team.

Der übernimmt nicht nur die Führungsrolle in der Mannschaft, Geggus trifft auch regelmäßig. Am letzten Wochenende netzte der Sport- und Mathematiklehrer gegen Enosis (3:1) gleich doppelt ein. „Wir sind jetzt wieder dran an Platz zwei, das war unser Ziel in der Winterpause. Wir haben uns zusammengesetzt und besprochen, was wir noch erreichen wollen. Der Aufstieg ist jetzt wieder möglich“, so Geggus, der schon früh in seiner Fußballkarriere in Richtung Profigeschäft unterwegs war. Mit 17 Jahren spielte der Mittelfeldmann in der Oberliga bei Pforzheim. „Das war eine hohe Belastung. Das Abitur auf der einen Seite, fast täglich Training auf der anderen. Ich wurde dann gut von meinen Eltern beraten und habe erst einmal meine Schule zu Ende gebracht“, trauert Geggus einer möglichen Profikarriere nicht hinterher. „Ich gönne es jedem, der Profi geworden ist, diejenigen haben irgendetwas richtig gemacht. Ich habe vielleicht irgendwo die falsche Abzweigung genommen. Es ist aber alles super gelaufen, so wie es jetzt ist. Ich stehe vor meinem zweiten Staatsexamen, habe eine tolle Familie und blicke jetzt schon auf eine schöne Karriere zurück.“

Die starken Leistungen des 32-Jährigen wecken Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen, in der Winterpause kam eine Anfrage einer höherklassigen Mannschaft, doch Geggus konzentriert sich nur auf Wallstadt: „Wir können auch hier vielleicht kommende Saison Landesliga spielen. So ein Aufstieg schweißt dann auch zusammen. Jetzt bringen wir aber erst einmal die Runde zu Ende“, erklärt der Linksfuß. bah