Lokalsport Mannheim

MM-Extra-Spiel Trainer Battal Külcü bemängelt nach Sieg über VfL Kurpfalz Neckarau fehlende Unterstützung im Club

Trotz 5:0 Unruhe bei Türkspor

Archivartikel

Mannheim.Erster Auswärtssieg der Saison für Türkspor Mannheim in der Fußball-Landesliga und dies gleich mit 5:0 (1:0) beim VfL Kurpfalz Neckarau, dazu eine überzeugende Vorstellung – da kann man doch mal in Euphorie ausbrechen. Doch nach dem obligatorischen Spielerkreis mit einem Siegestänzchen ließ Battal Külcü Dampf ab. Der Türkspor-Coach beklagt zu viele Störfeuer im Verein. „Ich genieße das Vertrauen des Präsidenten, aber drumherum will jeder Macht ausüben und es soll nach dem eigenen Kopf gehen“, bemängelt er die fehlende Unterstützung des Umfelds. Mit einem gegenüber dem Vorjahr gekürzten Etat holte Külcü viele Nachwuchsspieler und lässt eine U-20-Mannschaft, die mit wenigen Routiniers verstärkt wird, auflaufen. „Mein Ziel ist, den schönsten und kreativsten Landesligafußball zu spielen, doch dazu braucht es Geduld. In dieser Saison geht es daher nur um den Klassenerhalt“, ändert er das Saisonziel auch nach dem Kantersieg nicht.

Hattrick von Yildirim

Zur Pause war für die Hausherren noch alles drin. Türkspor lag beim VfL lediglich mit 1:0 vorne, den Treffer erzielte Can Özgün (35.). Sofort nach Wiederbeginn kam es aber knüppeldick für die Neckarauer. Mit einem Doppelschlag durch Oguzhan Yildirim schraubte das Külcü-Team das Ergebnis rasch auf 3:0 (46., 48.). Yildirim setzte nach einer Stunde mit dem 4:0 (60.) noch einen drauf: ein lupenreiner Hattrick innerhalb von 14 Minuten. „Heute waren es drei Tore, aber gegen Kürnbach habe ich in dieser Saison schon vier Mal getroffen“, erklärte der Schütze knapp.

In der laufenden Runde machte er damit das Dutzend voll und liegt in der Familienwertung nun vorne, denn sein Bruder Idris, der bei Neckarau spielt, hat bislang neunmal eingenetzt. „Für mich war das heute ein Derby und auch ein ganz besonderes Spiel, weil ich gegen meinen Bruder und meinen besten Freund gespielt habe“, hob der TürksporKnipser die Bedeutung dieses Sieges hervor. Kurz nach seinem dritten Tor ließ sich der seit einigen Tagen muskulär angeschlagene Stürmer auswechseln, wohl auch zum Glück für Neckarau.

Der VfL hatte in den kommenden Minuten noch die Chance auf eine Resultatsverbesserung, doch selbst aus elf Metern brachten die Gastgeber den Ball nicht im Kasten unter. Keeper Mario Barreto hielt einen Strafstoß von Ihsan Erdogan (73.) und Erdogan war es auch, der am Pfosten scheiterte (79.). Den Schlusspunkt setzte erneut Özgün mit dem 5:0 (86.).

Abel stellt Charakterfrage

Ein gebrauchter Tag also für Neckarau? „Das kann man wohl so sagen“, wollte VfL-Trainer Richard Weber nichts beschönigen. Im letzten Jahr in der Aufstiegsrelegation knapp gescheitert, sieht der erfahrene Coach in den kommenden Wochen Abstiegskampf auf sein Team zukommen. „Letztes Jahr hat alles gepasst, aber jetzt fehlt das Selbstvertrauen. Für die zweite Halbzeit hatten wir uns noch viel vorgenommen, doch mit dem Doppelschlag des Gegners war es gelaufen. Der Türkspor-Sieg war völlig verdient“, erkannte er an.

Neckarau war restlos bedient und Kapitän Stephan Abel stellte die Charakterfrage: „Die Niederlage fiel etwas zu hoch aus, aber heute war das von uns kein Landesliganiveau. Wir haben jetzt gerade einmal 15 Punkte aus 14 Spielen, dabei halte ich die Breite und die Qualität in unserem Kader für besser als im letzten Jahr.“ Abel appellierte an seine Kollegen: „Nach den letzten beiden Spielen wähnten wir uns auf dem richtigen Weg. Wir müssen uns auch mal einen dreckigen Sieg erarbeiten, dafür brauchen wir aber auch die geeigneten Spieler. Das fängt hinten an und hört vorne auf.“

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