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Fußball Premierenjahr endet für den erst 2018 gegründeten Club mit dem Aufstieg / Entscheidender 2:1-Sieg am letzten Spieltag gegen DJK Feudenheim II

Türkspor Edingen will die A-Klasse aufmischen

Archivartikel

EDINGEN.Vor eineinhalb Jahren entstand in Edingen-Neckarhausen ein weiterer Fußball-Verein. Nachdem mit der Auflösung von Calcio Edingen die Kräfte bei der DJK Fortuna Edingen-Neckarhausen gebündelt werden sollten, entstand am Rande der Verein Spvgg Türkspor Edingen.

„Wir haben festgestellt, dass unsere jüngeren Spieler in der ersten Mannschaft hier im Ort keine Chance erhielten“, erklärt Cengiz Coban, einer der Gründerväter des 2018 aus der Taufe gehobenen Vereins. „Wir wollten ihnen eine Chance bieten, in einer eigenen ersten Mannschaft zu spielen.“ Gleich im ersten Jahr trat Türkspor Edingen dem Verband bei und wurde in der Kreisklasse B2 geführt. „Wir wussten, dass wir oben mitspielen können. Aber die Staffel B2 ist die stärkste Liga und wir hatten es nicht erwartet, dass wir direkt aufsteigen“, sagt Coban.

Oft gab es in den vergangenen Jahren Vereinsgründungen, die nach einer vielversprechenden Anlaufphase gescheitert sind. Clubs wie dem FC Rot-Weiß Hockenheim, der es von der damaligen C-Klasse bis in die A-Liga geschafft hatte, Calcio Edingen und FC Scharhof war nur ein kurzes Dasein beschieden. Bei der Spvgg Türkspor Edingen soll das anders werden. „Wir sind eine große Anzahl an Familien, die aus dem gleichen Dorf in der Türkei stammen und haben daher große Unterstützung – sowohl im Ehrenamt wie auch finanziell“, rechnet Coban mit einer größeren Nachhaltigkeit dieses Clubs. Welche Wucht hinter dem Verein steckt, zeigte das Aufstiegsfinale der Edinger bei der DJK Feudenheim II (2:1). Etwa 200 lautstarke Zuschauer, mit türkischen Fahnen, Lautsprecheranlage und Trommeln ausgestattet, bevölkerten den Spielfeldrand.

Trainer Serdar Aktas, der vor einem Jahr den KSC Schwetzingen in die A-Klasse geführt hatte, ist der Vater des Erfolgs. „Vom ersten Moment an war mir klar, dass die Mannschaft das Potenzial besaß, den Titel zu holen“, betont Aktas. „Die Rahmenbedingungen für meine Tätigkeit als Trainer waren hervorragend.“

Bei aller Euphorie muss festgestellt werden, dass Wohl und Wehe eng beieinander lagen. Hätte die DJK Feudenheim II ihre Chance in der Nachspielzeit zum 2:2-Ausgleich genutzt, würden die Edinger heute über ein weiteres Jahr B-Klasse reden. Stattdessen spricht man in der Doppelgemeinde jetzt davon, die A-Klasse aufzumischen. „Wir haben vier neue Spieler im Blick, von denen zwei fest zugesagt haben. Wenn das klappt, sehe ich uns unter den ersten Fünf“, so Coban. wy