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Fußball Nach nur sieben Monaten im Amt tritt Waldhof-Vizepräsident Stefan Höß zurück / Nachfolger steht bereits in den Startlöchern

Überraschendes Stühlerücken

Archivartikel

Mannheim.Eigentlich könnte Fußball-Drittligist SV Waldhof einen entspannten Sommer verleben. Die Aufstiegseuphorie trägt den Club noch immer, die Profis strotzen in der Vorbereitung vor Vorfreude und Selbstbewusstsein. Doch hinter den Kulissen knirscht es beim Traditionsclub am Alsenweg mal wieder vernehmlich: Am Freitagmittag verkündete Vize-Präsident Stefan Höß nach nur sieben Monaten Amtszeit überraschend seinen sofortigen Rücktritt von allen Funktionen. Höß war wie Mäzen Bernd Beetz, Thomas Bollmeyer, Birgit Loewer-Hirsch und Wolfgang Gruber erst bei der Hauptversammlung im vergangenen November ins Präsidium gewählt worden, nachdem Beetz-Vorgänger Klaus-Rüdiger Geschwill und sein Team wegen Differenzen mit Beetz aufgegeben hatten.

In seiner Erklärung spricht der in der SVW-Handball-Abteilung groß gewordene Höß davon, dass er einer „avisierten Umstrukturierung des Präsidiums“ nicht im Wege stehen wolle und deshalb „die Funktionen im Präsidium und als Verantwortlicher für die Abteilungen sowie als Aufsichtsrat der Spielbetriebs-GmbH mit sofortiger Wirkung“ niederlege. Höß, der die Zeit im Präsidium als „sehr intensiv und erfahrungsreich“ beschreibt, war für eine weitere Stellungnahme nicht zu erreichen, dafür erläuterte Waldhof-Präsident Beetz das Stühlerücken.

„Nach einem Präsidiumsbeschluss wollten wir diesen Personalwechsel in der Vereinsführung im Oktober ohnehin umsetzen. Durch den Schritt von Herrn Höß ziehen wir das jetzt eben vor“, kommentierte Beetz die Entwicklung und dankte dem Daimler-Betriebsrat für die geleistete Arbeit. Nach den Vorstellungen des Präsidiums soll ein Vertreter aus der regionalen Wirtschaft nun die Verantwortung für die Abteilungen im Hauptverein übernehmen und den seit Jahren defizitär arbeitenden Club ökonomisch wieder aufs Gleis setzen. Nach Informationen dieser Zeitung ist dafür Peter Köhnlein vorgesehen. Der Unternehmer ist einer von zwei geschäftsführenden Gesellschaftern beim Bürologistik-Dienstleister Office Mix, sein Sohn spielt in der Waldhof-Jugend. Ob Köhnlein auch den Sitz im Aufsichtsrat der GmbH von Höß übernimmt, ist noch offen. Hierüber müssen die Gremien entscheiden.

„Da gibt es null Probleme“

Dass es tiefere Verwerfungen innerhalb des Präsidiums gibt oder unterschiedliche Auffassungen über den Stellenwert des Hauptvereins Ursache für den Rücktritt von SVW-Vize Höß sind, verneinte Beetz. Auch die beruflich bedingte, überschaubare Präsenz des eigentlich für Wirtschaft und Finanzen vorgesehenen Präsidiumsmitglieds Thomas Bollmeyer will Clubchef Beetz nicht als vermutliche Gründe für die Demission seines „Vize“ gelten lassen. „Nein, da gibt es null Probleme“, beteuerte Beetz auf Anfrage – auch wenn im Umfeld des Drittligisten zuletzt über eine deutliche Unwucht im Präsidium und den allzu großen Fokus auf den Profi-Spielbetrieb spekuliert wurde.

Der verläuft abgesehen von noch einigen offenen Planstellen im Kader in deutlich ruhigeren Bahnen, seit Freitag können die Waldhof-Fans zudem ihre Planungen für die neue Saison weiter verfeinern: So wurden nach dem Liga-Auftakt in Chemnitz (21. Juli) nun auch die Spieltage zwei bis vier zeitgenau terminiert (siehe Grafik). Das erste Heimspiel gegen den SV Meppen wird demnach am Samstag, 27. Juli um 14 Uhr im Carl-Benz-Stadion angepfiffen. Tickets gibt es ab dem 17. Juli.

Schon eine Woche früher beginnt der Vorverkauf für das Heimspiel gegen den Bundesligisten Eintracht Frankfurt am 11. August (15.30 Uhr) im DFB-Pokal. Vereinsmitglieder, die sowohl PRO Waldhof-Mitglied als auch Dauerkarteninhaber sind, haben vom 10. bis 11. Juli ein Vorkaufsrecht auf ihren Dauerkartenplatz plus einer weiteren Karte. Diese Tickets können sowohl online, als auch im Ticketshop am Alsenweg erworben werden. Vom 12. bis 17. Juli können Dauerkarteninhaber ebenfalls online und am Alsenweg ihren Dauerkartenplatz plus ein weiteres Ticket kaufen. Vereinsmitglieder können im gleichen Zeitraum eine Karte und diese ausschließlich am Alsenweg erwerben. Ab 18. Juli startet der freie Verkauf.

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