Lokalsport Mannheim

Hockey Nationalspielerinnen verlassen MHC kurzfristig

Unruhe – Lorenz und Pieper gehen

Archivartikel

Mannheim.Eigentlich wollte man beim Mannheimer HC mit Cécile Pieper, Nike Lorenz und Sonja Zimmermann in dieser Woche die drei Silbermedaillen-Gewinnerinnen der EM in Antwerpen zurück am Neckarplatt begrüßen, wo die Bundesligadamen des MHC sich aktuell auf die am 7. September beginnende Saison in der Feldhockey-Bundesliga vorbereiten. Mit Pieper und Lorenz sind nun aber zwei der drei Vize-Europameisterinnen zum Ligakonkurrenten Rot-Weiss Köln abgebogen.

Wechselfrist eigentlich vorbei

„Die Situation ist gerade sicherlich nicht einfach. Geplant war, dass wir uns in dieser Woche zusammensetzen“, wollte MHC-Damencoach Nicklas Benecke mit den beiden Olympia-Bronzemedaillengewinnerinnen von Rio 2016 eigentlich über die bevorstehende Saison sprechen, für die er die erfahrenen Nationalspielerinnen fest eingeplant hatte. „Die Nachricht von ihrem Wechsel nach Köln hat mich am Montag dann doch sehr überrascht. Ich wollte mit beiden natürlich auch darüber sprechen, wie es nach der Freistellung von Philipp Stahr weitergehen soll und habe sie während der EM in Belgien bewusst in Ruhe gelassen, damit sie sich voll auf das Turnier konzentrieren können“, hatte Benecke auch wegen des Ablaufs der Wechselfrist am 1. August nicht mit einem solchen Transfer gerechnet.

„Das hat sich alles sehr kurzfristig ergeben. Die Wechselfrist war eigentlich am 1. August, deshalb musste am Montag ein sogenannter Härtefallantrag gestellt werden. Der DHB hat den Wechsel genehmigt. Ich habe einen Job in Köln bekommen, ich werde dort in einer Marketingfirma als Junior Consultant arbeiten und als Trainee meine Masterarbeit in Psychologie beenden. Eine Wohnung habe ich auch schon. Es fällt mir sehr schwer, vom MHC wegzugehen, schließlich bin dort groß geworden“, erläutert Pieper den Wechsel in die Domstadt.

„Dass den beiden kurzfristig aus Köln ein attraktives Angebot unterbreitet wurde, muss man letztlich so akzeptieren, allerdings ist der Zeitpunkt überaus ungünstig. Wir können jetzt wegen des Ablaufs der Wechselfrist eigentlich nicht mehr darauf reagieren. Dass die zwei Spielerinnen weg sind, ist ein Qualitätsverlust für uns. Noch mehr schmerzt mich allerdings, dass wir damit nur noch 17 Feldspielerinnen im Kader zur Verfügung haben“, sagt Benecke.

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