Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (78) Leichtathletin Lorina Hertlein von der MTG Mannheim verspürt eine große Leidenschaft für den Hürdenlauf

Verliebt in die Hindernisse

Archivartikel

Mannheim.Lorina Hertlein hat schon viel ausprobiert: Ballett, Turnen, Gardetanz und Fußball. Doch 2013 begann bei der DJK Käfertal-Waldhof ihre Liebe zur Leichtathletik. Zwei Jahre später wechselte sie zur MTG und seitdem verläuft die Karriere der 14-Jährigen aus Käfertal steil bergauf. Beispiel Hürdenlauf: Vor einem Jahr lag ihre Bestzeit in der Halle über 60 m bei 9,68 sec, die Saison 2019 beendete die aktuell dreifache badische Meisterin mit der Bestzeit von 9,17 sec. „Ich würde am liebsten nur Hürden trainieren“, genießt die Neuntklässlerin der Geschwister-Scholl-Realschule das Gefühl, während des Überlaufens eines Hindernisses schon das nächste anzupeilen.

„Ich habe keine Angst, sondern viel Vertrauen. Es macht mir auch nichts aus, wenn ich mal hängenbleibe. Bundestrainer Rüdiger Harksen hat mich mal beobachtet und mir gesagt, ihm gefalle, was er sehe“, ist sie sehr stolz über das Lob aus dem Mund des National-Coaches, der auch Leistungssportchef der MTG ist.

Noch ist Lorina Hertlein, die zehn Stunden pro Woche trainiert, zu jung, um sich ganz auf die Hürden zu konzentrieren, noch steht der Mehrkampf im Mittelpunkt. Im Sommer will sie im Blockwettkampf Wurf mit den Disziplinen 100 m, 80 m Hürden, Weitsprung, Diskuswurf und Kugelstoßen unter die Top Ten.

Der erste Versuch mit der Scheibe war mit Silber bei den badischen Winterwurfmeisterschaften erfolgreich. „Ich bin Perfektionistin, ich kann mich sehr gut konzentrieren, aber manchmal bin ich zu ehrgeizig“, schätzt sie sich selbst ein. „Ich bin gut in der Schule und im Sport“, hat die Schulsprecherin klare Ziele, was sie nach der Mittleren Reife machen will: „Erst Abitur, dann als Sportsoldatin zur Bundeswehr.“

Noch mehr als auf den kommenden Sommer freut sich die D-Kader-Angehörige auf 2020. Denn dann wird alles anders, ab dann kann sie ganz und gar ihrer Hürdenleidenschaft frönen. „Für mich sind die 400 Meter reizvoll. Mein Start ist schlecht und ich liebe es, mich zu quälen. Ich habe Ausdauer, bin hinten raus aber sprintstark“, bringt sie die Voraussetzungen für die Stadionrunde mit. Natürlich weiß sie, dass die MTG eine erfolgreiche Hürden-Tradition hat – sogar auf den 400 Metern. Als bisher einzige Langsprinterin gewann Nicole Leistenschneider 1984 Olympia-Bronze mit der 4x400-Meter-Staffel. Übrigens als Schützling von Hürden-Bundestrainer Harksen.

Eventuell auch einmal zu seiner Trainingsgruppe zu gehören, ja, das könnte sie sich vorstellen, sagt Hertlein: „Das wäre toll. Aber ob er sich das auch vorstellen kann . . . ?“

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