Lokalsport Mannheim

Fußball Regionalligist schlägt im Endspiel des Sparkassen-Cups Eppelheim mit 3:2 / Ausrichter Sandhausen scheitert im Viertelfinale

Walldorf schnappt sich den Pott

Archivartikel

Der SV Sandhausen begibt sich heute ins Trainingslager im türkischen Lara. Der Fußball-Zweitligist wäre sicher gerne als Sieger der 19. Auflage des Rhein-Neckar-Hallenturniers um den Sparkassen-Cup in den Flieger gestiegen, das er selbst ausrichtete. Doch beim Budenzauber in der Ketscher Neurotthalle fanden die Männer von Trainer Uwe Koschinat im SV 98 Schwetzingen ihren Meister und mussten nach einer 7:8-Niederlage nach Neunmeterschießen im Viertelfinale fortan zuschauen.

Das Favoritensterben beim Sparkassen-Cup hatte der SV Waldhof Mannheim gestartet. Der Primus der Regionalliga Südwest brachte sich an Tag eins mit einem 2:3 gegen TSG Pfeddersheim und einem 2:2 gegen VfB St. Leon in die Bredouille. Der Mannschaft von Coach Bernhard Trares gelang es an Tag zwei nicht, wenigstens die Minimalchance aufs Weiterkommen zu ergreifen – gegen Qualifikant 1. FC Wiesloch unterlag der SVW mit 1:3.

Der Faktor Spaß im Vordergrund

In die Bresche sprangen Mannschaften, die diese Saison ihre Problemchen haben. Da wäre vor allem die SG ASV/DJK Eppelheim zu nennen, deren Motor in der Landesliga stottert. Welche guten Kicker die Eppelheimer in ihren Reihen haben, war spätestens im Finale zu sehen. Greulich, Grün, Fenyö, dann auch noch Ex-Profi Timo Staffeldt – da kann man mal enttäuscht sein, wenn nur Tabellenplatz acht zu Buche steht. Im Gespräch mit dieser Zeitung hoffte der Ketscher Staffeldt, dass der Faktor Spaß, den sich das Team trotz der 2:3-Niederlage im Finale gegen Regionalligist FC Astoria Walldorf erarbeitete, mit ins Freie genommen wird.

Apropos: Der SV 98 Schwetzingen „arbeitet“ in der Verbandsliga Fußball eher und findet sich auf Tabellenrang 15 wieder. Doch beim Sparkassen-Cup machte das Zuschauen mächtig Freude. Trainer Kevin Knödler habe die richtigen Worte gefunden und seine Schützlinge richtig heiß gemacht, berichtete Patrick Hocker nach dem Sieg über den SVS. Was der 20-Jährige auf engstem Raum mit dem Ball anstellte, erfreute nicht zuletzt beim 4:3-Erfolg über den VfR Manheim, mit dem sich der SV 98 Rang drei sicherte. Neben Feldspieler Patrick Hocker rundete Mannschaftskamerad Steven Ullrich die gute Vorstellung der Schwetzinger ab und ging als bester Schlussmann des Turniers hervor.

Wo derweil die Prioritäten beim SVS liegen, machte Koschinat deutlich. Er sei ja nicht als „Futsal-Trainer“ angestellt, sondern werde für möglichst gute Leistungen der Sandhäuser im Unterhaus bezahlt. Andererseits hätte seine Mannschaft die Partien unter dem Hallendach seriöser angehen müssen, um letztlich als Turniersieger hervorzugehen. Das sei nicht gelungen und insofern ärgerlich.



Beim Hallenturnier nutzte der 47-Jährige die Gelegenheit, sich unters SVS-Fanvolk zu mischen. Gab es da etwas Überraschendes zu vernehmen? „Ich glaube, die Fans waren überrascht, dass sich der Cheftrainer neben sie setzt“, sagte Koschinat. Er gab sich nahbar und scheute Erklärungen nicht. Dabei ist dem Fußballlehrer völlig klar, dass er am Ende des Tages an den Resultaten seiner Mannschaft beurteilt wird.

Sei’s drum. Positiv für den SV Sandhausen ist, dass sich niemand auf Kunstrasen verletzt hat. Im Trainingslager werde nun die fußballspezifische Arbeit auf dem Programm stehen. Koschinat bevorzugt die linearen Systeme, deren Feinheiten in Fleisch und Blut übergehen sollen.

Das Auftaktprogramm des SVS hat es schließlich in sich, Hamburg, Bochum, Union Berlin, Köln – da hängen die Trauben hoch. Keinen Hehl machte der SVS-Trainer daraus, dass sich in Sachen Verstärkungen noch etwas tun soll, sofern der Markt das hergibt. Auf welchen Positionen vornehmlich die Augen weit offen sind, ließ Koschinat im Geheimen: „Ich möchte keine Spekulationen auslösen.“

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