Lokalsport Mannheim

MM-Extra-Spiel SpVgg bleibt nach dem 1:0 beim SC Rot-Weiß Rheinau im Aufstiegsrennen, während die Südstädter weiter nach unten schauen müssen

Wallstadt im Derby ein Stück effektiver

Mannheim.Als Anthony Meckel nach dem Schlusspfiff den Ball im hohen Bogen aus dem Spielfeld katapultierte, stand es fest: Er und der SC Rot-Weiß Rheinau erlebten beim 0:1 im Kreisliga-Derby gegen die SpVgg Wallstadt einen Nachmittag voller Frust. Für Wallstadt waren es drei unverzichtbare Punkte im Aufstiegsrennen, der SC hingegen musste im Kampf um den Klassenerhalt eine bittere Pille schlucken.

„Wir hatten genug Chancen. Aber es hat immer etwas gefehlt: sei es der letzte Pass, die Genauigkeit oder irgendeine Kleinigkeit. Und dann kam auch noch Pech dazu“ sagte ein sichtlich verärgerter Meckel. Pech hatte der SC vor allem in der Schlussminute, als ein Schuss zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich unglücklich an die Latte klatschte. Dabei hätte Rheinau dies schon in der ersten Halbzeit bewerkstelligen können.

Keine Präzision im letzten Drittel

Die Rot-Weißen zeigten sich angriffslustig und schafften es mit geschicktem Zweikampfverhalten, die Wallstädter vom eigenen Tor fernzuhalten. Die Mannschaft von Trainer Ralf Eckl ließ im letzten Drittel jedoch die Präzision vermissen. „In den ersten 45 Minuten war es ein Spiel auf Augenhöhe. Wir haben das Mittelfeld gut überbrückt, aber dann in Strafraumnähe zu unklare Bälle gespielt. Da hätten wir konsequenter sein müssen. Der Gegner hat dann einen lichten Moment gehabt und die Möglichkeit eiskalt verwandelt“, wies Eckl auf Wallstadts schön herausgespieltes Führungstor durch Markus Köhler hin (27.).

Die zweite Halbzeit prägte der SC mit drückendem Ballbesitz, präzise Bälle waren aber weiterhin Fehlanzeige. So hatten die Rot-Weißen zwar die Quantität an Chancen, die qualitativ hochwertigeren hatten jedoch die Wallstädter. „Ich denke, wir haben verdient die drei Punkte mitgenommen. Hätten wir unsere klaren Chancen reingemacht, hätten wir uns nicht so zum Sieg zittern müssen. Aber im Gegenzug haben wir auch keine zwingenden Tormöglichkeiten zugelassen. Nach der unnötigen Niederlage zuletzt sind wir heute mit einer anderen Körpersprache und engagierter aufgetreten“, bilanzierte Michael Wagner, Trainer der SpVgg Wallstadt.

„Die Kompaktheit der Mannschaft und die Tatsache, dass jeder für jeden gekämpft hat, waren die Gründe dafür, dass wir nur wenig zugelassen haben und dadurch die Führung über die Zeit gebracht haben“, lobte SpVgg-Kapitän Mike Pfeiffer seine Mitspieler.

So kam es, wie es kommen musste. Rheinau rannte immer weiter an, doch je länger die Partie voranschritt, desto größer wurde der Frust. Das wirkte sich auf das Spiel aus: Leichte Ballverluste und viele Abspielfehler verhinderten eine Aufholjagd der tapfer kämpfenden Rot-Weißen. „Es war ein ungerechtes Ergebnis. Die Partie heute war ein Spiegelbild der aktuellen Saison. Wir können Spiele zumindest ausgeglichen gestalten, oft sind wir sogar besser. Aber wir schaffen es nicht, die Qualität in Leistung umzusetzen“, kommentierte SC-Trainer Eckl die aktuelle Lage seines Teams. Bei der SpVgg Wallstadt liegt der Fokus dagegen voll auf dem Aufstieg. „Wir haben Kampfgeist bewiesen und waren eine Einheit auf dem Platz. All das müssen wir in den nächsten Spielen wieder zeigen. Dann können wir auch bis zum Schluss oben mitspielen“, sagte Kapitän Pfeiffer.