Lokalsport Mannheim

Pferdesport Reaktionen auf die Absage des Maimarkt-Reitturniers / Finanzieller Schaden gering

Wehmütige Grüße prominenter Reiter

Archivartikel

Mannheim.Man merkt, dass ihm das nicht schmeckt. „Mai ohne Maimarkt ist wie Spargel ohne Buttersoße“, kommentiert Otto Becker, Bundestrainer Springen, was ihm gerade fehlt. Er wäre an diesem Wochenende in Mannheim beim großen Reit- und Springturnier auf dem Maimarktgelände gewesen – das wegen der Corona-Krise ebenso ausfällt wie der gesamte Sportbetrieb. Das schmerzt Becker, viele prominente Reiter ebenso wie den Veranstalter, Mannheims Reitervereins-Präsidenten Peter Hofmann.

Finanziell komme er „mit einem blauen Auge davon“, sagt Hofmann. Da die Stadt ihren regulären Zuschuss überwiesen hat, obwohl das seit 57 Jahren stattfindende Turnier erstmals abgesagt werden musste, habe er „zumindest einen großen Teil der Vorlaufkosten bei externen Dienstleistern gedeckt“. Doch für das ehrenamtliche Team sei es „extrem bitter“, dass die ganze Vorarbeit vergeblich war und sie sich nicht alle an diesem Wochenende, wie sonst, im MVV-Reitstadion treffen.

„Sensation geht verloren“

Doch so sehr die Absage Hofmann emotional berührt hat – er ist nicht allein. Zahlreiche prominente Reitsportler haben ihm gerade in diesen Tagen geschrieben oder angerufen, um für das nächste Jahr zuzusagen.

„Normalerweise würden wir diese Woche unsere Koffer packen und zum Maimarkt-Turnier aufbrechen“, so Dorothee Schneider, Olympiasiegerin Dressur: „Es ist immer ein Highlight des Jahres, das erste Turnier in der grünen Saison und es ist immer wie nach Hause zu kommen, den Sport genießen, die Menschen genießen, mit vielen emotionalen und sportlichen Highlights“, so Schneider wehmütig.

So äußert sich auch Ludger Beerbaum. „Wir denken an diesem Wochenende natürlich an Euch“, schrieb der mehrfache Olympiasieger. „Wir wären gerne dieses Jahr wie schon viele Jahre zuvor in Mannheim wieder zu Gast gewesen und vermissen es, ehrlich gesagt, dass es dieses Jahr nicht sein kann“, so der Springreiter. Doch 2021 sei er natürlich dabei – wie Simone Blum, amtierende Weltmeisterin Springen. „Alice und ich haben uns riesig darauf gefreut, unseren Titel verteidigen zu dürfen. Leider hat Corona uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht“, bedauert Blum.

Springreiter-Legende Hugo Simon hatte sich besonders gefreut, dass Mannheim zum 4-Sterne-Turnier aufgewertet wurde. „Das heißt, dass wir noch mehr Ausnahme-Reiter-Pferd-Kombinationen aus aller Welt sehen würden. Nun geht uns diese Sensation leider verloren“, sagt Simon traurig: „Aber so, wie ich Peter Hoffmann und die Stadt Mannheim kenne, werden sie alles dran setzen, dies nächstes Jahr zu verwirklichen“, hofft er.

Auch Richard Vogel vom Reiterverein Mannheim, 2019 auf dem fünften Platz bei der „Badenia“-Springprüfung, wollte „natürlich wieder an die Erfolge anknüpfen“ und findet es „sehr schade“, dass das nicht geht. Schon seit frühester Kindheit habe er „ganz tolle“ Erinnerungen an das Maimarkt-Turnier. „Wir sind traurig, denn das Turnier ist unser absolutes Lieblingsturnier, aber jetzt sammeln wir unsere Kräfte fürs nächste Jahr“, ergänzt Anna Fuchs vom Reiterverein.

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