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Leichtathletik Britin Amy Hunt glänzt bei der 26. Bauhaus-Juniorengala in 22,24 Sekunden / DLV-Team fit für die U-20-EM in Schweden

Weltrekord bei Gluthitze in Mannheim

Archivartikel

Mannheim.Auf eines kann man sich bei der Bauhaus-Juniorengala verlassen: Beim weltweit größten Meeting für Leichtathleten der U 20 fallen Bestzeiten am laufenden Band. Daran änderte auch die zweitägige Hitze im Michael-Hoffmann-Stadion nichts. Ganz im Gegenteil. Amy Hunt aus Großbritannien lieferte auf den 200 Metern in 22,45 Sekunden eine absolute Glanzleistung ab. Nie zuvor war eine U-20-Athletin schneller, Hunt pulverisierte mit der Weltbestzeit auch den Meeting-Rekord von Gina Lückenkemper aus dem Jahr 2015 (23,04 sec). Bei den Europameisterschaften in Schweden in drei Wochen ist sie nun die Top-Favoritin auf Gold.

Doch auch die anderen der 400 jungen Leute aus 20 Nationen aller fünf Kontinente präsentierten sich in bestechender Form. International herausragend sind die 13,26 sec über 110 m Hürden des Briten Joshua Zeller, oder die 13,33 sec des Spaniers Enrique Llopis. Beide rangieren in Europa nun auf den Plätzen eins und zwei. Die Nummer vier ist Stefan Volzer (VfB Sindelfingen), der bei der Gala in 13,55 sec Dritter wurde, im Vorlauf in 13,49 sec jedoch mit Bestzeit brillierte.

Elf Starter für drei Tickets

Im Vorfeld der Junioren-Europameisterschaften im schwedischen Boras gab es an den beiden Gala-Tagen allein im DLV-Team über 30 persönliche Rekorde, der britische Coach gab es auf, die Bestleistungen seiner Schützlinge zu zählen. Bundestrainer Dietmar Chounard freute sich zudem über ein gutes Dutzend neuer Normerfüllungen für die JEM.

Besonders spannend waren die Ausscheidungen im Sprint, denn elf Jungs mit Zeiten unter 10,60 sec bewarben sich um drei Tickets. Dass Simon Wulff (Dresdner SC/10,45 sec), Niko Kocevar (TSV Bad Endorf, 10,55 sec) und Lukas Ansah-Peprah (Hamburger SV/10,56 sec) die drei ersten Plätze belegten und vier weitere Kollegen die beiden gleichwertigen Finals erreichten, lässt in Schweden auch für die 4x100-Meter-Staffel hoffen. Beide U-20-Quartette des DLV blieben in 38,86 sec und 40,30 sec unter der Norm (40,75). Von den sieben Mädels, die schon die geforderten 11,80 sec gebracht hatten, kamen drei mit neuer Bestmarke ins Ziel, vier liefen erstmals die Norm, darunter auch Denise Uphoff (Sprintteam Wetzlar). Hinter Siegerin Talea Prepens (TV Cloppenburg/11,56 sec) und zwei Britinnen war sie zweitbeste Deutsche und ist nun überraschend in Boras dabei. Für die Staffel hat Chounard auch hier die Qual der Wahl. „Ich bin überzeugt, dass wir bei den Mädchen und Jungs um die Medaillen mitkämpfen können.“ Rang zwei in der Länderwertung wie schon 2017 ist das Ziel in Schweden, das will der Coach mit 80 bis 85 Nominierten erreichen.

Den letzten Schliff für den internationalen Auftritt holten sie sich im Michael-Hoffmann-Stadion. „Wir nehmen jedes Jahr viel Geld in die Hand, um dem Nachwuchs ein Lernfeld zu bieten, bei dem sie internationale Abläufe üben können“, schätzt er die Vorzüge der Juniorengala, die längst ein Klassiker im internationalen Meeting-Kalender ist. Die Nationen bewerben sich früh im Jahr um eine Startmöglichkeit, die jungen Leute lieben die Veranstaltung geradezu. Obwohl die Bedingungen höchsten internationalen Ansprüchen gerecht wird, herrscht dennoch eine familiäre Atmosphäre.

Basis des seit 26 Jahren wachsenden Erfolges ist der harmonische Dreiklang DLV, MTG und Stadt Mannheim. „Mannheim ist eine weltoffene Stadt, da passt die Gala genau ins Bild. Wir sind stolz, das Sprungbrett für viel große Karrieren zu sein“, sagte Sportbürgermeister Lothar Quast bei der Eröffnung angesichts eines bunten Fahnenmeeres. Meeting-Chef Rüdiger Harksen richtete zum Abschluss seinen Dank an die über 200 Helfer, die das Stadion nicht nur wettkampffähig gemacht haben, sondern auch zwei Tage lang eine Rundumversorung garantierten: „Die Athleten haben es mit ihren Leistungen gedankt.“

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