Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (54) Nach der deutschen Meisterschaft mit der Jazz-Dance-Formation Flash! freut sich Orlanda Berisha nun auf internationale Einsätze

Wenn sie tanzt, fühlt sie sich frei

Archivartikel

Mannheim.Zweimal hat Orlanda Berisha die Weltmeisterschaft knapp verpasst. Doch dank des DM-Titels, den sie mit ihrer Jazz- und Modern-Dance-Formation Flash! gewann, qualifizierte sie sich sowohl für die Jugend-EM Mitte Oktober in St. Petersburg, als auch für die JWM Ende November in Polen. „Das wird aufregend. International zu starten ist eine riesengroße Ehre. Die Konkurrenz kenne ich nicht, aber wir wollen so weit wie möglich kommen“, hat sie sich vorgenommen.

„Schon die Deutschen Titelkämpfe haben mich sehr glücklich gemacht“, erinnert sich die 15-Jährige noch gut an die Juni-Tage in Hamburg. „Wir jubelten schon, als wir glaubten, Zweite geworden zu sein. Nach unserem Sieg haben wir dann zwei Stunden geschrien und geheult. Wir sind so stolz auf uns. Das verdanken wir nur Isabel Werner, Anita Heck und Sebastian Spahn“, denkt Orlanda sofort an ihre „Mädels“, ihre Trainerinnen und den Choreografen der Meisterkür.

„Ich habe auch mal Fußball und Hip-Hop ausprobiert, aber das war nicht meins. Beim Jazz und Modern bin ich woanders, habe ich keine Probleme, fühle ich mich frei“, erklärt sie, weshalb sie viermal pro Woche „voll motiviert“ im Training alles gibt. „Wenn man etwas erreichen will, muss man etwas tun“, ist die Devise des Mädchens mit albanischen Wurzeln, das in Italien geboren wurde. Dorthin flohen ihre Eltern während des Kosovo-Krieges. Bis zur vierten Klasse lebte Orlanda Berisha in Italien, machte seit ihrem vierten Lebensjahr Ballett. Doch während weiterer Umzüge über Thüringen nach Mannheim war Schluss mit Tanzen. Bis sie in der Grundschule über zwei Freundinnen zum PSC kam, schnell ihren ersten Wettkampf in der Kindergruppe ExisDance absolvierte und dann sofort in die Jugendformation Flash übernommen wurde. „Ich bin mit der Mannschaft zusammen gewachsen, wir sehen uns die ganze Woche, das ist wie Familie.“ Apropos Familie. Sie ist zwar die einzige, die intensiv Sport treibt („meine Schwester ist die mit dem Köpfchen“), wird aber nach besten Kräften unterstützt. „Sofern es möglich ist, sind meine Eltern bei jedem Wettkampf dabei.“

In ihrer Tanzfamilie wird es 2019 zu einem Umbruch kommen, denn mit ihren 15 Jahren ist Berisha, die später gerne OP-Schwester oder Kinderkrankenpflegerin werden möchte, aus der Jugendliga rausgewachsen. „Doch ich darf nach der WM sofort zum Zweitligisten Enigma. Da habe ich sehr viel Glück – aber ich kämpfe auch dafür.“ Diesen Kampfgeist braucht sie auch beim nächsten Turnier für Solo und Duo. „Ich will mich für die DM qualifizieren“, hat sie ein klares Ziel.

Im nächsten Teil lesen Sie über einen, der mit einem weißen Ball spielt.

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