Lokalsport Mannheim

Triathlon Laura Philipp vom TSV Mannheim und ihre drei Teamkollegen fiebern der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii entgegen

„Werde um jeden Platz kämpfen“

KOna.Der bereits seit langer Zeit herbeigesehnte Startschuss rückt immer näher. Für die Profi-Triathletin Laura Philipp vom Soprema Team des TSV Mannheim neigt sich die fast vierwöchige Vorbereitungszeit auf Maui unter Anleitung ihres Trainers Philipp Seipp endlich dem Ende entgegen. In der Trainingsgruppe, zu der auch der Ironman-Gewinner von 2014 Sebastian Kienle gehört, wurde einen Monat lang intensivst an allen drei Disziplinen gefeilt. Neben den Schwimmeinheiten im offenen Meer standen ausgiebige Radetappen und Ausdauerläufe – immer bei Temperaturen knapp über 30 Grad Celsius – auf dem Trainingsplan, um für den Höhepunkt des Jahres im Triathlon-Kalender bestens gerüstet zu sein. Seit diesem Montag weilt Philipp in Kona und fiebert nach einer reibungslos verlaufenen Vorbereitung dem Beginn des Ironman Hawaii an diesem Samstag entgegen.

Der Start der Frauen-Elite erfolgt am Samstag um 6.30 Uhr Ortszeit (ab 18.15 Uhr im ZDF-Livestream und ab 23.55 Uhr live im ZDF). Es warten 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,2 km Laufen auf die weltbesten Sportler ihrer Zunft.

Voller Tatendrang

„Ich rechne Laura zu den Favoritinnen auf einen Platz unter den Top drei“, schätzt TSV-Abteilungsleiter Winfried Traub die Chancen auf eine Spitzenplatzierung als gut ein. „Laura ist eine sehr ausgeglichene Triathletin. Ihre schwächste Disziplin Schwimmen spielt eine nicht so große Rolle beim Ironman. Sie ist bärenstark im Radfahren und hat ihre Klasse im Laufen schon oft bewiesen, wie beim Sieg in Barcelona 2018. Zudem ist ihr Wille sehr stark ausgeprägt“, hebt Traub die außergewöhnliche Leistungsbereitschaft seiner Teamkollegin hervor.

„Ich werde um jeden Platz kämpfen. Ich musste die gesamte Energie und Motivation über die Saison zurückhalten, weil ich nur zwei Rennen bestreiten konnte“, schlägt die ehrgeizige 32-Jährige in die gleiche Kerbe und schickt schon mal eine Ansage an die Konkurrenz. „Ich kann trotz der Rückschläge in diesem Jahr ein gutes Rennen haben. Am liebsten würde ich auf dem Podium landen, aber es ist mein erster Start nach langer Verletzungspause und ich muss schauen, wie ich mit den speziellen Bedingungen auf Kona zurechtkomme“, weiß die Heidelbergerin nicht wirklich, wohin die Reise im Klassement geht.

„Wenn man es nach Hawaii geschafft hat, muss man auch mit der Performance, die man eben dann in der Lage ist zu bringen, ein Stück weit zufrieden sein. Ich bin schon erleichtert, es an die Startlinie geschafft zu haben“, sagt die gelernte Physiotherapeutin und wäre bei ihrer Hawaii-Premiere nach dem verkorksten Saisonverlauf auch mit etwas weniger zufrieden.

Quartett qualifiziert

Neben Philipp gehen noch drei weitere Triathleten des TSV Mannheim an den Start, die sich am vergangenen Freitag auf den langen Weg in den Bundesstaat der Vereinigten Staaten gemacht haben. Winfried Traub (AK 55), Marion Hebding (AK 50) und Gregor Hilger (AK 60) treten ebenfalls bei den Ironman-Weltmeisterschaften auf der Big Island Hawaii an.

„Das ist eine tolle Sache und spricht für die Klasse, die im Verein herrscht. Wir haben uns im Vorfeld bereits ausgetauscht“, hebt Philipp die ausgezeichnete Arbeit und den Zusammenhalt im TSV hervor. „Der Wettkampfort Kona ist wie ein Dorf. Man wird sich definitiv über den Weg laufen“, freut sich Philipp über Heimatgefühle am anderen Ende der Welt.

Für die Teilnehmer der Altersklassen steht allerdings mehr das Erlebnis als das Ergebnis im Vordergrund. Nach 15 Jahren Hawaii-Abstinenz geht Traub dort bereits zum vierten Mal an den Start. Hilger, der sich in Frankfurt die Qualifikation sicherte, wird sein Debüt feiern. „Bei uns beiden steht der olympische Gedanke im Vordergrund und dass wir gut durchkommen. Marion gehört zu den Top-Leuten ihrer Altersklasse in Europa und hat Ambitionen in die Top Ten zu kommen“, traut Traub ihr zu, eine gute Rolle zu spielen.

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