Lokalsport Mannheim

Landesturnfest Mischung aus alt und jung prägt und trägt die Veranstaltung in Weinheim / Enorme logistische Herausforderung /

Wettkämpfen folgt die Freude auf das Gemeinschaftserlebnis

Archivartikel

Weinheim.Als Nationalmannschafts-Kapitän Fabian Sagstetter den Ball für Nick Trinemeier stellt, lässt sich der Käfertaler bei der Steilvorlage nicht lange bitten: Gleich den ersten Matchball verwandelt Deutschland A gegen Deutschland B im Faustball-Länderspiel Vor fast 500 Zuschauern heißt es 11:8, 7:11, 1:7, 11:9 und 11:9 für die „Weißen“. Nationaltrainer Olaf Neuenfeld ist zufrieden. „Es war klasse für die Jungs, dass wir unser Spiel als Höhepunkt des dreitägigen Lehrgangs in Käfertal hier vor dieser Kulisse austragen konnten. Sonst wäre es noch müder geworden“, sagt er und lacht.

Im erweiterten Kader des Welt- und Europameisters stehen mit Jonas Schröter vom TV Wünschmichelbach sowie den Käfertalern Nick Trinemeier und Marcel Stoklasa auch drei Lokalmatadore.

Trinemeier überzeugt im Angriff, Schröter zeigt in der Abwehr eine solide Partie. „Wir haben ein gleichmäßig hohes Niveau, es wird keine einfache Entscheidung aus dem 18-Mann-Kader bis zur EM im August die besten Zehn herauszufiltern.“ Von Schröter, Trinemeier und Stoklasa hält Neuenfeld viel. „Sie sind alle noch jung und alle noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung.“

Der Samstag stand, sieht man vom sportlichen Höhepunkt der Kunstturn-Gerätefinals einmal ab, beim Landesturnfest in Weinheim ganz im Zeichen der Gruppenwettbewerbe. „Die meisten Sportler haben ihre Wettkämpfe schon hinter sich und freuen sich noch einmal auf ein Gemeinschaftserlebnis“, sagt Tim Zuckriegl. Er ist der Wettkampfleiter beim „Besonderen Wettbewerb“, dem beliebtesten Wettkampf im Rahmenprogramm der größten Breitensportveranstaltung in Baden-Württemberg.

Mehr als 200 Mannschaften haben sich gemeldet, um zunächst in den Waidsee zu paddeln, von dort aus ans Ufer zu schwimmen und dann zurück zum Startbereich zu laufen. „Es gibt Leute, die haben erstmalig ein Paddel in der Hand, andere sind schon echte Profis. Aber genau diese Mischung macht es aus“, sagt Zuckriegl. Der Wettbewerb erfordert eine riesige Logistik. Bis zu 3000 Aktive nehmen daran teil – mehr als beim größten Einzelwettbewerb, dem DTB-Wahlwettkampf mit knapp 2300 Startern. Der erstreckte sich nicht nur über Weinheim. Auch in Großsachsen wurde geturnt, in Hemsbach gab es leichtathletische Disziplinen auf dem Sportgelände und beim Vereinsteam-Wettkampf und den TGM-/TGW-Wettbewerben wurde auch getanzt und gesungen.

Mehr als 200 Wettkämpfe in den unterschiedlichsten Sportarten gab es in den fünf Tagen des Turnfestes zu sehen. Vom holländischen Nationalsport Korfball über Indiaca bis zum Rhönradturnen.

Gestern morgen beschlossen die Bestenwettkämpfe der Frauen in der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, in der mit mehr als 1400 Turnern auch die meisten Gäste übernachteten und von 360 Helfern der TSG 1862 Weinheim betreut wurden.

In Hemsbach, in der Großsachsener Sachsenhalle, selbst bei der TSG Rohrbach, in der Birkenauer Langenberghalle und natürlich rund um das Turnfestzentrum am Stadion in Weinheim waren die 12 300 Teilnehmer in 18 Sportstätten unterwegs. Eine enorme Leistung der gut 2000 Helfer der vielen Vereine. „Wir haben uns rundum wohl gefühlt in Weinheim. Das Zusammenspiel hat überragend geklappt“, sagte Henning Paul, Geschäftsführer des Badischen Turner-Bundes, als sich Weinheim gestern nach der Abschlussfeier leerte und um viele bunte Besucher ärmer wurde.

Nur die Verkehrsbetriebe Rhein-Neckar (VRN) hatten sich beim Transport der Turnfest-Massen kräftig verschätzt. Mit dem Regel-Fahrplan konnte der Andrang auf die Sportstätten nicht abgedeckt werden.

„Beim nächsten Mal müssen wir da ein Auge drauf haben“, sagte Paul. 41 Jahre wird es wohl nicht dauern, bis Weinheim das nächste Turnfest beherbergt.

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