Lokalsport Mannheim

Wichtiger Stresstest

Archivartikel

Trainingsleistungen können noch so stabil und gut sein – sie nützen im Hochleistungssport nichts, wenn sie im Medaillenernstfall nicht abgerufen werden können. Das ist einerseits eine Sache des Kopfes, andererseits eine der Erfahrung. Mit Stress-situationen umzugehen, unter Druck nicht zusammenzubrechen, kann man lernen. Der Deutsche Leichtathletik-Verband legt seit einigen Jahren schon beim Nachwuchs gesteigerten Wert auf die Aneignung auch dieser Art von Wettkampffähigkeit.

Wo früher die Saisonleistung eine große Rolle spielte, wenn es um die Nominierung für internationale Meisterschaften ging, greift seit einiger Zeit das von den US-Amerikanern übernommene Trial-System: Die drei Besten im entscheidenden Wettkampf erhalten die Tickets. Alle anderen gehen leer aus – mögen sie im Vorfeld noch so gut gewesen sein. Schon immer konnten bei der Bauhaus-Juniorengala in Mannheim junge Leute lernen, wie es international zugeht, wenn sie isoliert von Trainern im Callroom – mit all den dort inszenierten psychologischen Spielchen –, dann im Stadion zurechtkommen müssen. Der neue Stresstest, auf den Punkt abliefern zu müssen, erhöht ihre Wettkampfstärke enorm. Und wer, wie der junge Mannheimer Felix Kunstein, auch bei unvorhergesehenen Widrigkeiten wie rutschende Startblöcke die Nerven behält und sogar einen persönlichen Rekord aufstellt, der hat das Zeug für erfolgreiche internationale Auftritte.