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Spieler der Woche Patrick Gailing trumpft beim ASV Feudenheim auf – und träumt vom Sprung in die Kreisliga

„Wie eine Befreiung“

Mannheim.Der ASV Feudenheim wartete am letzten Spieltag entkräftet auf den Schlusspfiff. Es waren noch wenige Minuten zu absolvieren, der ASV hielt ein 2:2-Unentschieden beim SC Käfertal in der Hand. Nach drei Niederlagen in Serie sollte es endlich wieder ein Punktgewinn in der Kreisklasse A II sein.

90. Spielminute: Der SC Käfertal schlägt einen harmlosen Eckball in den Sechzehner, der ASV klärt mit einem langen Befreiungsschlag in Richtung gegnerische Hälfte. Dann geht alles blitzschnell. Eine sehenswerte Kombination – und Patrick Gailing schiebt die Kugel zum umjubelten 3:2-Siegtreffer ins leere Gehäuse ein.

„Das war ein brutal schönes Erlebnis. Käfertal war in der zweiten Halbzeit klar besser, wir wollten irgendwie dieses Unentschieden über die Zeit bringen“ erinnert sich der Mann des Tages und freut sich vor allem für seine Mannschaft: „Klar war es für mich super, das Tor zu machen. Der Treffer war aber auch wichtig für die Moral und das Selbstbewusstsein des kompletten Teams. Wir haben zuletzt nicht geglänzt, der Sieg war daher wie eine Befreiung“.

Persönlich war dieser Treffer für den Mannheimer Gailing jedoch viel mehr. Es war das Tor gegen den Ex-Verein und gegen die alten Kollegen. Der 24-Jährige wuchs in Käfertal auf, spielte ab der C-Jugend für den SC und schaffte dort auch den Sprung in den Seniorenbereich. „Ich habe dem SC viel zu verdanken. Mit 17 Jahren habe ich dort das Vertrauen bekommen bei den Herren mitzuspielen. Nach wie vor verbinde ich eine Menge mit Käfertal, habe tolle Erinnerungen und pflege immer noch vereinzelt Kontakt. Natürlich hatte der Treffer am Sonntag dann einen besonderen Beigeschmack“, erklärt der Mittelfeldmann.

Guter Draht zu Coach Kreis

Sein Wechsel vom Heimatverein Käfertal nach Feudenheim ist eng verknüpft mit ASV-Coach Markus Kreis. Der Coach ging selbst den Weg von Käfertal nach Feudenheim, Patrick Gailing folgte. „Es ist schon ein großartiges Verhältnis zwischen mir und dem Trainerteam. Wir wissen, was wir aneinander haben, verstehen uns prima, daher habe ich bei meinem Wechsel auch nicht lange gezögert“, erklärt der Linksfuß, dessen Augenmerk aktuell eher auf seinem Studium liegt. Im kommenden Februar hofft der 24-Jährige auf einen Abschluss im Geo-Informationsmanagement, daher kommt der Mannheimer auch nicht zu jeder Trainingseinheit. „Ich bin sehr dankbar, dass der Coach da mitspielt und mich dennoch am Spieltag aufstellt. Das ist ein tolles Gefühl und ich will das weiter zurückzahlen, auch wenn Tore schießen nicht unbedingt zu meinem Kerngeschäft auf dem Platz gehört“, berichtet Gailing, der beim ASV vor allem im defensiven Mittelfeld die Fäden zieht.

Zwar spielt der Student erst in seiner zweiten Saison beim ASV, Gailing kennt jedoch die Geschichte des Mannheimer Traditionsvereins. 2015 stiegen die Feudenheimer aus der Kreisliga ab, warten seitdem auf den Sprung zurück ins Mannheimer Oberhaus. „Das ist auch der Anspruch des Vereins, endlich wieder in der Kreisliga anzuklopfen. Unser aktueller Tabellenplatz ist auch nicht unser Anspruch und ehrlicherweise sind wir auch ein bisschen enttäuscht vom bisherigen Saisonverlauf“, gesteht Gailing, der mit seinem ASV aktuell nur auf Platz sieben rangiert. „Wir hatten in der letzten Saison viele neue Spieler in der Mannschaft. Mussten erst einmal zusammenfinden. Vielleicht brauchen wir die Saison jetzt auch noch, damit wirklich alles passt. In der kommenden Spielzeit wollen wir dann aber den Sprung nach oben angehen und den Aufstieg anvisieren“.

Gailing schwärmt vor allem von der „großen Qualität“ in den eigenen Reihen und sieht die Kreisliga auch als eigenes Ziel für die Zukunft. „Es wäre für mich schon toll, einmal in dieser Liga aufzulaufen“, so Gailing, der beim ASV Feudenheim jetzt auch endlich seine perfekte Position auf dem Feld gefunden hat. In der Jugend besetzte der Mannheimer jede Position, stand selbst zwischen den Pfosten. Bei Käfertal beackerte Gailing noch die linke Außenbahn, mittlerweile präsentiert sich der 24-Jährige als stabiler „Sechser“. „Ich habe da im defensiven Bereich eine gute Übersicht und kann meine stärken ausspielen“, erklärt der Linksfuß, der vor allem durch seine Ehrlichkeit viele Sympathiepunkte gewinnt: „Es gibt im Team auch Spieler, die deutlich kreativer und technisch versierter sind, die dürfen den offensiven Part gerne übernehmen. Ich fühle mich wohl auf meiner Position und bin ja auch mal für einen Treffer gut“.

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