Lokalsport Mannheim

Stark im Sport (66): Linus Schmid liebt die Herausforderungen des Radcross – und überzeugt auch in der Badischen Handball-Auswahl

Wilde Jagd über Stock und Stein

Archivartikel

„Wer sein Rad liebt, der schiebt.“ So lautet ein bekanntes Sprichwort. Und wer eine noch innigere Beziehung zu seiner Rennmaschine hat, der nimmt sie wie Linus Schmid gerne mal auch auf die Schulter und trägt sie im Laufschritt über Treppen und Hindernisse. Das macht der 13-jährige Schüler aber nicht etwa, um sein Zweirad zu schonen, sondern weil es beim Cyclo-Cross einfach dazugehört. Fahr- und Laufpassagen machen die früher unter „Querfeldein“ bekannte Teildisziplin der Radsportler schließlich, aus und gerade diese Abwechslung mag das Talent des RRC Endspurt Mannheim besonders.

„Man braucht Kraft, Technik, Ausdauer und Taktik. Es ist je nach Kurs eben immer anders“, sagt Linus und scheut auch nicht das Wetter in der dunklen Jahreszeit. Wenn es leicht regnet und der Untergrund etwas seifig wird, fühlt sich der junge Radsportler im Wettkampf sogar am wohlsten. Wer den Dreck dann wieder vom Rad putzen muss, wird bei Schmids innerfamiliär geklärt. „Manchmal ich, manchmal Papa“, grinst Linus in Richtung Vater Joachim. Aber der darf sich eigentlich nicht beschweren, denn der ehemalige Triathlet hat seinen Filius schließlich erst zum Radcross gebracht.

Selbst bei einigen Querfeldein-Rennen in der Hobby-Klasse am Start, setzte Schmid senior seinen damals achtjährigen Sohn auf den Sattel – und Linus fuhr bei seiner Premiere gleich als Erster ins Ziel. Seitdem ging die Radkarriere aufwärts, Pfalz-Meisterschaften in der U 11 und U 13 für den RSV Rheinzabern folgte jüngst der baden-württembergische Cross-Landestitel in der U 15 im Trikot des RRC. Bei den deutschen Meisterschaften Mitte Januar in Kleinmachnow peilt der Neckarstädter nun selbstbewusst eine Top-Fünf-Platzierung an.

Dabei hat der Fan des dreifachen Rad-Weltmeisters Peter Sagan noch ein weiteres Ass im Ärmel: Über die C-Jugend der Handball-Spielgemeinschaft Käfertal/Vogelstang hat es der 13-Jährige inzwischen in die Badische Auswahl seiner Altersklasse geschafft. Festlegen will sich Linus mit Blick auf die Zukunft deshalb nicht. „Im Moment macht mir beides noch sehr viel Spaß“, sagt der Schüler. „Aber mit Blick auf meine Größe läuft es vielleicht doch irgendwann aufs Rad hinaus“, weiß Linus, dass er bei aktuell 1,70 Metern unter den Handballern wohl kein Rückraumriese mehr wird.

Vier Trainingseinheiten unter der Woche, dazu die Rennen und Spiele am Wochenende – so kommt für Linus einiges zusammen. Doch selbst inklusive der Anforderungen in der Schule meistert der aufgeweckte Teenager diese Ansprüche noch ohne größeren Stress. Hindernisse zu nehmen, ist Linus wie beim Radcross schließlich gewohnt.