Lokalsport Mannheim

Interview der Woche Sportchef Peter Lemmen spricht über die Ansprüche des MHC sowie die anstehende Damen- und Herren-Endrunde

„Wollen ganz vorne dabei sein“

Mannheim.Es ist ein Hattrick der besonderen Art des Mannheimer HC. Nach 2017 und 2018 haben auch 2019 sowohl die MHC-Damen als auch die MHC-Herren die Endrunde um die deutsche Feldhockeymeisterschaft am kommenden Wochenende (18./19. Mai) in Krefeld erreicht. Der Sportliche Leiter Peter Lemmen spricht über die Aussichten.

Herr Lemmen, wie bewerten Sie die erneute Final-Four-Qualifikation beider Teams?

Peter Lemmen: Dass uns das jetzt dreimal in Folge gelungen ist, ist ein Erfolg für den gesamten Mitarbeiterstab. Dabei denke ich nicht nur an unsere beiden Bundesligateams, sondern auch an die Mannschaften darunter. Das betrifft unseren Nachwuchsbereich, wenn man sieht, wie viele Spieler sowohl bei den Damen als auch bei den Herren aus der Jugend stammen.

Sind diese Erfolge mittlerweile eine Selbstverständlichkeit?

Lemmen: Wir wollen in Deutschland und in Europa bei den Teams ganz vorne dabei sein, das ist unser Anspruch und den haben unsere Herren auch zuletzt mit dem Gewinn der Bronzemedaille in der Euro Hockey League (EHL) unterstrichen. Trotzdem ist Erfolg keine Selbstverständlichkeit, das haben unsere Herren in dieser Bundesligasaison erfahren müssen, denn nach ein paar schwächeren Ergebnissen spüten sie sofort den Atem der Konkurrenz im Nacken. Trotz der Belastung in der EHL haben es unsere Herren aber doch wieder geschafft.

Könnte es vielleicht ein Vorteil für die Mannheimer Herren sein, dass sie bis zum Schluss um den Einzug ins Final Four kämpfen mussten?

Lemmen: Das weiß man nie. Es kann genauso gut ein Vorteil sein, wenn man frühzeitig das Final-Four-Ticket gelöst hat, so wie das unsere Damen getan haben. Wichtig ist, dass es unseren Herren gelungen ist, auf Platz drei zu klettern. 2018 hat uns dieser Umstand nach der 1:2-Halbfinalniederlage gegen den späteren Meister Uhlenhorst Mülheim noch das EHL-Ticket beschert, weil im anderen Halbfinale der Erste den Vierten geschlagen hat.

Als Bundesligazweiter müssten die MHC-Damen dagegen jetzt eigentlich Meister werden, um nach dem Hauptrundensieger UHC Hamburg sicher das zweite Ticket für die neue Damen-EHL zu lösen. Wie bewerten Sie das?

Lemmen: Bei den Damen gibt es nun mal nur zwei EHL-Plätze, aber in diesem Final Four ist jeder der vier Damenmannschaften der Titel zuzutrauen. Bei den Herren sehe ich mit Mülheim, Köln und uns die drei EHL-Teilnehmer als die favorisierten Teams, gute Außenseiterchancen besitzt der UHC Hamburg. Für mich treffen diesmal im Halbfinale mit unseren Damen und dem Düsseldorfer HC sogar die beiden Mannschaften aufeinander, die 2018 in Krefeld eigentlich die besseren Mannschaften in den beiden Halbfinalspielen waren, aber im Penaltyschießen unglücklich das DM-Finale verpassten. Unsere Herren hatten im Halbfinale gegen Mülheim dagegen keinen guten Tag. Für das Halbfinale gegen Rot-Weiss Köln sehe ich sie diesmal aber besser gerüstet.

Peter Lemmen beantwortete die Fragen telefonisch und autorisierte das Interview vor der Veröffentlichung.